Full text : Der Karlsberg

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glücklichsten preise. Meiner Pflichten ledig, kehre ich sogleich
zu Euch zurück, und dann sollt Ihr nicht länger von Euren
Kindern getrennt leben — Louise wird für immer an Eurer
Seite weilen.“
„Nach dem Karlsberg willst Du?“ fragte der alte Dümm—
ler, dessen Besorgnis um den Sohn größer war, als die
Hoffnung, welche die letzten Worte hatten erwecken sollen.
Fürchtest Du denn dort keine Gefahren für Dich?“
„Nein, Vater! Auf dem Berge giebt es Gewalten, weit
mächtiger noch, als die des Herzogs. Mein Weg ist sicher,
und wohlbehalten bin ich morgen wieder hier bei Euch.
Nur darf ich nicht zögern.“
„Dann gehe mit Gott, mein lieber Henry! Ich will
Deinen Worten vertrauen, Deiner harren und — hoffen!
— Ach!“ fuhr er leiser fort, „dürftest Du nur auch Tröst—
liches von dort mitbringen, mein armes Herz würde Dir
dankbar dafür sein, denn ich liebe Euch ja Alle gleich innig,
und sie — war ja auch mein Kind.“
Henry antwortete nicht, doch fühlte der Vater wie der
ganze Körper seines Führers zitterte und wie dessen Hand
sich für einen Augenblick so fest um seine Hand krallte, daß
es ihn schmerzte.
Altheim und Limburger waren dem Paare gefolgt,
das nun bei dem Häuschen anlangte. Hier übergab Henry
w Halbblinden seinem treuen Hüter, dann nahm er Ab—
schied.
Noch einmal umarmte, küßte er den Vater, drückte Alt—
heim und dem Limburger die Hand und sagte:
„Auf morgen!“
Dann bestieg er sein Pferd und ritt davon.
„Halte Wort, mein Sohn!“ rief der alte Dümmler ihm
noch nach, „denn kehrst Du nicht zurück, ich müßte ver—
„weifeln an meinem eigenen Fleisch und Blut und in
meinem Weh vergehen.“
Der Reiter wandte sich um und mit lauter Stimme
erwiderte er:
„Ich komme Vater — morgen! — oder ich müßte denn
nicht mehr unter den Lebenden sein.“
Damit sprengte er weiter und bald war er den Augen
der ihm Nachsehenden entschwunden.

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