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Prinz Max, der voll jugendlicher Jagdlust seinem her—
zoglichen Oheim folgen wollte, war durch einen sprechenden
Buͤck seines Bruders Karl zurückgehalten worden, der dem
Sltaunenden noch die Hand auf den Arm gelegt und ihm
zugeflüstert: „Bleibe, ich habe mit Dir zu reden.“
Er zügelte sein Pferd, das kaum zu halten war, blickte
mit leichtem Seufzer den dahineilenden Jägern nach und
blieb Kaum hatte einer der Kavaliere gesehen, daß die
beiden Prinzen der Jagd nicht folgten, als auch er sich
aus dem Knäuel der Jagenden loszulösen und zurück zu
bleiben versuchte. Nur wenige Augenblicke dauerte das laute
hbunle Treiben, dann war Alles verschwunden und die drei
Zurückgebliebenen fanden sich allein in der stillen Wald⸗
wildnis.
„Wirst Du mir jetzt sagen, weshalb Du mich zurückbe⸗
halten ?“ sprach Prinz Max ziemlich ungeduldig. „Die Jagd
herspricht fuperbe zu werden und ich möchte meinen Anteil
an dem waidmännischen Vergnügen nicht gerne aufgeben.“
„Ist es für Dich ein Vergnügen, hinter den Grafen von
Forbach dreinzureiten und Dich jeden Augenblick zurück—
gesetzt zu sehen, dann reite! Folge der Gräfin von Forbach
und ihrer Gesellschaft, mache ihr den Hof, und verdiene Dir
dadurch ein huldvolles Lächeln ihres geschminkten Angesichts.
Ich thue es nicht und bleibe hier. Hältst Du jedoch
auf Deine eigene Ehre, auf die unseres Hauses, so bleibst
Du bei mir.“
Tas volle Gesicht des jüngeren Prinzen überflog bei
den Worten des Bruders eine tiefe Röte.
Er gedachte des Vorfalles mit dem Förster Dümmler.
dessen Bedeutung er nur zu wohl erkannt hatte.
Bei dem scharfen Ausfall des Bruders fühlte er etwas
wie Zorn in seinem sonst so gutmütigen Herzen, doch mußte
er sich zugleich auch sagen, daß derselbe Recht habe. Noch
zögerle er einen Augenblick, dann sprach er gelassen, jedoch
bestimmt:
„Wenn ich auch über die beiden Vettern von Forbach
nicht so denke, wie Du, so fühle ich doch, daß unser durch⸗
lauchtigster Herr Ohm zu weit gegangen ist und — daß
533 hast. Ich verzichte auf die Jagd und bleibe bei
— ir
„Ah! Herr von Esebeck ist derselben Meinung, wie ich
sehe!“ rief Prinz Karl, mit einem Lächeln dem Kavalier
zunickend, der ebenfalls sich nicht an der Jagd beteiligt hatte
und nun näher ritt.