Full text : Der Karlsberg

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den aus zur Stadt zurückkehren. Seid Ihr damit ein—
verstanden?“
„Ich bin's.“
„Dann laßt uns gehen.“
„Wie, Ihr wollt in meiner Begleitung die Dorfgasse
durchschreiten ?“
„Warum nicht? Erstens kennt mich keine lebende Seele
hier, und dann bin ich ein Mann ohne Vorurteil. Der
Henker gehört zum Gericht.“
„Voran denn!“
Destner warf dem würdigen Gasthalter einen zweiten
Tukaten für seine Zeche zu, dann verließ er mit Meister
Joslin die Herberge zum „Melac“ und schritt mit ihm,
nicht ohne das Staunen, hier und da auch das Entsetzen
der Dörfler zu erregen, zu dem Orte hinaus nach den
Weiden zu, wo der Wagen harrte.
Wieder verging eine kleine Stunde, der Abeud war ge—
kommen, da nahte dem Gefährt, in welchem Destner harrend
saß, Meister Joslin, mit einem langen Mantel angethan.
Als beim Einsteigen das Kleidungsstück auseinandecrflog,
da blitzte es unter demselben für einen Augenblick hell
hervor. Es war das breite gewaltige Richtschwert, welches
der vorsichtige Nachrichter für die geheimnisvolle Exekution
rasch noch geschärft und blank gemacht hatte.
Im Wagen verband Destner seinem Reisegefährten mit
einem schwarzen Seidentuche sorgfältig die Augen, dann
rief er dem Kutscher ein „Vorwärts“ zu, und fort rollte der
Wagen mit seinen beiden unheimlichen Insassen, dem fer—
nen Orte zu, wo das entsetzliche Drama sein blutiges Ende
finden sollte.
            
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