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tete dasselbe zu einem Briefe, siegelte diesen
und setzte dann die Adresse in französischer Sprache darauf:
„Au maitre Joslin
Bourreau de la ville de
Landau.“
Dann rief er den Wirt.
Dieser, ein frischer Sechsziger, mit gerötetem Gesicht
und weißen Haaren, stand bald mit der Zipfelmütze in der
Hand vor dem Fremden, der trotz seiner einfachen Kleidung
etwas recht Vornehmes hatte, wie der kundige Gasthalter
des „Melac“ dies aus den befehlenden Geberden und Wor—
ten, besonders aber aus den finsteren und stolzen Blicken
seines Gastes geschlossen.
„Wollt Ihr mir diesen Brief nach Landau besorgen?“
fragte der Fremde kurz.
Der Alte nahm unterwürfig den Brief, doch kaum hatte
er einen Blick auf die Adresse geworfen, da ließ er das
Schreiben, als ob es ihm die Finger versengt hätte, wieder
auf den Tisch fallen und rief mit einem Entsetzen, das etwas
stomisches hatte:
„Zum Meister Hämmerlein? — Nicht für die Welt.
Fuer Gnaden.“
„Toch wohl für diesen blanken Dukaten?“ entgegnete
der Andere lächelnd, indem er zugleich ein Goldstück auf den
Brief legte.
Der Wirt ließ ein staunendes „Ah!“ hören, dann sagte
er zögernd, den lüsternen Blick nicht von der goldenen
Münze abwendend:
„Er wird Euch nichts zu Leid thun, wackerer Mann,“
ergänzte rasch der Fremde. „Ihr wißt wohl, daß Meister
Joslin sehr geschickt in gewissen Kuren ist. Nun, ich will
ihn konsultieren, doch dabei nicht in seine eigene Wohnung
gehen.“
„Das ist etwas Anderes und da kann ich den glänzen—
den Goldfuchs wohl verdienen, ohne mein Gewissen zu be—
schweren.“
„So geht! Doch vorher bringt mir noch ein paar
Flaschen von Eurem Besten und zugleich auch noch ein Glas
— für ihn! — damit mir das Warten bis zu Eurer
Wiederkehr nicht zu langweilig wird.“
Bald prangten verschiedene dickbäuchige bestäubte Fla—
schen vor dem Fremden und der Wirt des „Melac“ machte
sich mit jugendlicher Rüstigkeit auf den Weg nach dem nahen
Landau.