Full text : Der Karlsberg

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„Haben wir nicht meine kleine Ausstattung?“
„O, die würde nicht weit reichen! und dann wären das
Unglück, Mangel und Unzufriedenheit, die gefährlichsten
Feinde der Liebe, da.“
Elsa verstummte. Dann fragte sie langsam, lauernd:
„Und wie denkst Du Dir denn die Lösung unserer
Lage?“
Jetzt galt es. Ein treffendes Wort konnte Elsa über—
zeugen, sie von ihrer unausführbaren Idee abbringen, dem
sungen Obersten seine nicht zu verachtende Stellung bei
Hofe, wie sein heimliches Liebesglück erhalten. Keck und
mit einem Feuer, das er durchaus nicht auf künstliche Weise
zu schüren brauchte, rief er, zugleich Elsa an sich ziehend:
„Wozu im Grunde eine Lösung unserer gegenwärtigen
Lage? Sind wir nicht glücklich, selig, können wir es nicht
für immer sein? — wenn wir uns die nötige Vorsicht
vahren!“

„Sträubt sich Dein Herz denn nicht dagegen, wenn Du
mich in den Armen — eines Andern siehst?“ So klang es
leise, während der Körper Elsa's an der Brust Scharfenecks
leicht erzitterte.
„Ich weiß, daß Du nur mich allein wirklich liebst und
das muß mir vor der Hand genügen!“ entgegnete der junge
Mann rasch, doch nicht ohne zu erröten.
„Wohl liebe ich nur Dich und mit aller Glut, mein
Leben gäbe ich für meine Liebe hin!“ sagte Elsa jetzt erregt
und mit Thränen in den Augen. „Doch Du liebst mich nicht
also, ich weiß es jetzt, Deine Worte waren mein Urteil.“
„Wie täuschest Du Dich, Du süßer Engel!“ rief Schar—
feneck min glühendem Ton, Elsa dabei stürmisch an sich
pressend. Er fühlte sich als Sieger, und es galt nun noch
den errungenen Sieg zu befestigen, wozu er nur seine Lei—
denschaft für das schöne Weib sprechen lassen durfte.
„Dein Herz,“ fuhr er fort, „kann nicht glühender em—
pfinden, als das meinige, sein Lieben ist dem Deinigen
gleichihm entspringt die Seligkeit meines Lebens, und dürfte
es sie nicht mit Dir teilen, so wäre es kalt und tot. Ver—
lange mein Leben, Geliebte, und ich opfere es freudig un—
serer Liebe!“
„Ich will — Dir glauben — ich muß es!“ klang es
abgerissen und kaum hoͤrbar unter den glühenden Küssen,
womit Scharfeneck nach seinen letzten Worten die Lippen
Elsa's bedeckte.
Noch dauerte die Exstase der beiden Liebenden, da
—DD
            
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