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Fast im selben Augenblick war ein kurzer Wehruf laut
geworden, die lange Gestalt des Wächters taumelte, die
Hand fuhr zuckend nach der Brust, aus der ein breiter Blut—
strom hervorschoß, dann brach der arme Wilde zusammen
und fiel mit einem kaum hörbaren Schalle auf den dicken
Teppich des Bodens nieder.
Destner hatte sich bei den letzten Worten des Herzogs
nicht laͤnger halten können. Sein Hirschfänger flog aus der
Scheide und traf den armen Menschen mitten in die Brust,
n das Herz. Der Tod mußte fast augenblicklich erfolgt
ein. — —
Entsetzt war der Herzog zurückgeprallt.
„Ohne Blut wird es nun einmal in dieser Nacht nicht
abgehen!“ flüsterte Destner mit kaltem Hohn. „Voran,
Durchlaucht, damit der andere Verräter uns nicht ent—
wische.“
Schon hatte der Herzog sich wieder gesammelt und über
die blutende Leiche des allzu treuen Wächters, die quer vor
dem Eingange lag, hinweg schritt er, von Destner gefolgt, in
das Appartement Elsa's, das heute Nacht so Ungeheuerliches
erleben sollte.
Während der arme Jonas Wambach für seine Herrin,
die er vergötterte, den Tod des Treuen starb, saßen Elsa
und Scharfeneck, wie am Abend vorher, in dem gelben
Papageien-Salon und plauderten von ihrer Liebe, von dem
von Elsa aufgeworsenen Projekt, ohne eine Ahnung von
dem Furchtbaren, das sich draußen, ganz in ihrer Nähe ent—
wickelte, und gegen sie selbst im Anzuge war. Der junge
Oberst war pünktlich gewesen, zur bestimmten Stunde hatte
Melanie ihn eingelassen und zugleich Jonas seine Befehle
für den Abend erhalten. Er war gekommen, doch quch mit
dem festen Entschluß, seine Geliebte von ihren heimlichen
Fluchtplänen abzubringen. Solche paßten ihm ganz und
gar nicht, weder für sein eigenes Fortkommen, das durch
seine Beförderung zum Oberst sich so glänzend gestaltet
hatte, noch für seine Familie, die auf dem Karlsberg sich
niedergelassen hatte, das Brot des Herzogs aß und somit
gänzlich von dessen Gnade abhing. Bei der Prüfung seiner
Gefühle, wozu der junge Mann am Tage shinlänglich Zeit
gefunden, war er bald zu der Erkenntnis gekommen, daß
seine Liebe gar nicht so viel wiege, als sein eigenes ma—
terielles Interesse, und so konnte der Entschluß nicht wohl
ausbleiben, mit dem er Elsas Appartement an diesem Abend
betreten: lieber erstere, wenn es sein müsse, als
das letztere zu opfern. Dennoch war er bald, wenn auch just