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8 bald war der Eingang von Elsa's Appartement er—
reicht.
Der vordere Raum war leer, doch kaum hatten der
Herzog und Destner ihn betreten, letzterer die äußere Thür
ins Schloß gezogen, als auch schon, wie am vergangenen
Abend, der riesige Wilde mit seiner hohen Federkronẽ und
der sene bewaffnet, sich bückend durch die innere Thüre
schob. Sobald Jonas den Herzog erblickte, erbleichte der
Wächter, doch schloß er auch sofort die Thüre hinter sich zu.
Der Herzog kannte wohl die Maskerade, welche Elsa's
Laune mit seinem ehemaligen langen Grenadier vorge—
nommen, doch seine Züge verfinsterten sich nur bei dem
Anblick des armen so barock geputzten Menschen. Er wollte
auf die Thüre zuschreiten, vor welcher der Wilde jedoch
unbeweglich stehen blieb.
„Zurück!“ herrschte der Herzog ihn an, mit einer
Stimme, die eine furchtbare Wut durchzitterte.
„Halten zu Gnaden, Euer Turchlaucht,“ entgegenete
Jonas unterwürfig, doch mit einer unverkennbaren
Bestimmtheit, „es ist mir befohlen worden, Niemand mehr
ꝛinzulassen.“
„Auch nicht mich, den Herzog, Euren Gebieter?“
„Niemand, so lautet der Befehl meiner Herrin, dem
ich nur gehorche, indem auch Euer Durchlaucht —“
„Schurke!“ unterbrach ihn der Herzog, dessen Wut keine
Grenzen mehr kannte, da er sich in diesem Augenblick dem
riesigen Wächter gegenüber machtlos fühlte.
Testner stand da, wie ein Tiger, bereit zum Sprunge
auf seine Beute, die Rechte am Griff seines Hirschfängers,
die Lippen fest aufeinander gepreßt, das glühende Auge auf
den Wächter gerichtet. Er zitterte wohl für den Erfolg
seines Unternehmens, jedes allzulaute Geräusch konnte die
his jetzt ahnungslos im Innern des Appartements Weilen—
den aufscheuchen, Scharfeneck konnte entfliehen und so sein
ganzes gut geplantes Thun zu nichte machen. Fand der
Herzog die schlaue Hexe allein, so hatte diese gewonnenes
Spiel, und er, Destner war verloren. Wie Blitze leuchte⸗
ten diese Gedanken durch sein Hirn, während der folgenden
kurzen Wechselreden.
„Nochmals, gieb Raum!“ fuhr der Herzog imit den
Zähnen knirschend fort. „Ich befehle es Dir, und gehorchst
du nicht auf der Stelle, so ist's Dein Unglück!“
„Ich darf nicht, Durchlaucht,“ entgegnete Jonas.
„Dann soll Gewalt mir den Weg serzwingen!“ klang es
mit dem Tone eines Rasenden.