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welches je gegen den gütigsten der Fürsten geschmiedet
wurde, so will ich meine Strafe sogleich empfangen. Hier,
meine Brust — treffen Sie selber mein Herz, Durchlaucht!
Nur — lassen Sie mich allein zu Ihnen reden.“
Letztere Worte hatten guten Grund. Der Leibkammer—
diener, die Wache hallenden Lakaien, wie die Höflinge hatten
sich endlich von ihrem Schrecken echolt, und da sie von dem
Manne, der sich wie ein Rasender geberdete, Schlimmes
befürchten dursten, so waren sie alle als Hülfe und auch ein
Weniges lärmend, nach dem herzoöglichen Schlafzimmer ge—
eilt. Die Thür des gelben Salons wurde in demselben
Augenblick von ihnen aufgerissen, als Destner seine Rede
beendet hatte, doch nun machten die Kühnen verlegen Halt,
da sie den Herzog und Destner in ziemlicher Entfernung
scheinbar ruhig einander gegenüber stehen sahen.
Der Herzog atmete auf.
Er hatte nichts mehr zu befürchten; Hilfe war ihm zur
Hand und Destner konnte nichts Schlimmes im Sinne
haben, da er sich so unterwürfig seiner Waffe entledigt.
Dafür brannten jetzt die rätselhaͤften inhaltsschweren Worte
des Forstmeisters wie mit Flammenzügen in seinem Hirne.
Noch einen Augenblick schaute er Letzteren durchdringend an,
dann winkte er seine Leute zurück und sagte so ruhig, als es
ihm nur möglich war:
„Schließt die Thüre, doch bleibt im Vorzimmer, ich
habe mit dem Herrn Forstmeister zu reden.“
Wie verzogen sich die Gesichter der Lakaien Uund Kava—
liere bei den Worten ihres Herrn zu einem verblüfften Stau—
nen, das zu jeder anderen Zeit wahrhaft komisch erschienen
wäre. Destner ahnte die Wirkung, und ein finsterer, grimmi—
ger Blick streifte die sich unter tiefen Verbeugungen langsam
Zurückziehenden.
Die Thüre fiel ins Schloß und Destner war mit dem
Herzog wieder allein.
„Nun redet!“ sprach der Fürst mit Hoheit.
Ohne sich von seiner Stelle zu ruͤhren, entgegnetté
Destner mit tiefer leiser Stimme, rasch und energisch:
„Die Dame, welcher Durchlaucht ein so großes Ver—
trauen geschenkt, die Sie mit Gnaden überhäuft haben, be—
trügt und verrät ihren Herrn und Gebieter — in diesem
Augenblick!“
„Du lügst!“ schrie jäh der Herzog auf, sich an der
Lehne eines Sessels haltend. Sein ganzer Körper zitterte
sichtlich als ob mit den Worten Destners ein elektrischer
Strom ihn getroffen.