Full text : Der Karlsberg

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Doch der Sprecher kam mit seiner wiederholten Ab—
weisung nicht weiter.
Destner, der sich nicht mehr mäßigen gekonnt, hatte den
armen Leibpagen plötzlich derb am Armeé gefaßt und mit
wilder Gewalt weit in den Vorsaal hineingeschleudert. Dann
war er, ohne sich um das Aufschreien des Dieners, das un—
artikulierte, doch entsetzensvoll klingende Getön der fast
sprachlos gewordenen Hofherren zu kümmern, rasch in die
herzoglichen Appartements geeilt.
Hier drängte Destner die überraschten Lakaien bei Seite,
dann eilte er in fliegender Hast weiter, durch die Säle und
befand sich bald in dem wohlbekannten gelben Salon, nun
auch vor dem Herzog.
„Destner!“ schrie dieser auf, mit einem Gesicht, das
ebenso viel Ueberraschung als Zorn, doch bald auch eine
unverkennbare Furcht kündete. Er war, mit seinem Schlaf—
rock bekleidet, aus dem matt erhellten Schlafkabinet hervor—
getreten, dann beim Anblick Destners wieder einige Schritte
zurückgewichen. Der Forstmeister sprach rasch, doch jedes
Wort scharf betonend:
„Was ich gewagt, verdient Strafe, ich weiß es! und
Eure Durchlaucht mögen mir die härteste zuerkennen, nur
hören Sie mich vorher! Ich habe Dinge von der aller—
größten Wichtigkeit zu melden, welche die Lebensruhe, das
Flück und die Ehre meines hohen Gebieters betreffen.“
Noch schien der Herzog den Sinn der Worte Destners
nicht vollstaͤndig begriffen zu haben, die rasch sich geltend
machende Furcht hatte wohl sein ganzes Denken in An—
spruch genommen. Er sah einen Mann vor sich, den er wohl
tötlich beleidigt hatte, und wehrlos stand er ihm gegenüber,
während Jener seinen Hirschfünger an der Seite hatte. Er
bermochte nur zu stottern:
„Bewaffnet — zu dieser Stunde gewaltsam bei mir ein—
zudringen? Unerhört!“
Kaum hatte Destner das erste Wort vernommen, den
Gedankengang des Fürsten erkannt, als er mit raschem Griff
den Hirschfänger von der Kuppel löste und ihn knieend dem
Herzog zu Fuͤßen legte, sich dann wieder erhob und ehr—
erbietig mehrere Schritte zurücktrat. Dabei sprach er leiden—
schaftlich:
„Hier lege ich meine Waffe, welche ich so lange Jahre
in Ehren und Treue im Dienste meines allergnädigsten
herrn getragen, zu den Füßen Eurer Durchlaucht nieder.
Hören Sie mich jetzt, und künden meine Worte nicht die
Wahrheit, enthuͤlleü sie nicht das schändlichste Komplott,
            
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