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noch viel begehrenswerter erschien, als die Bewohner des
alten Louisenhofes.
Wie mußte er nun erstaunen, als er sah, daß Elsa das
hübsche Verhältnis plötzlich sehr ernst nahm, als ihre Lei—
denschaft sich in einer Weise äußerte, die an Lirbesgiut nichts
zu wünschen übrig ließ, doch in ihcen wilden Ausbrüchen
ihn auch erschreckte. Besonders war dics an dem heutigen
Abend der Fall gewesen, wo Elsa ihm in ihren Armen Er—
zffnungen gemacht, die ihn mit einem heimlichen Entsetzen
erfüllen mußten. Das junge Weib war nur zu rasch reis
und zu einem selbständigen Handeln, ihren Trieben gemäß,
fähig geworden. Mit klaren Worten hatte sie dem glühend
Beliebten ihre Absichten, Pläne und Hoffnungen enthüllt
zugleich auch die geheime Triebfeder ihres bishecrigen so
leichtfertig scheinenden Thuns dargelegt.
„Mit einem Opfer an unserer Liebe,“ hatte sie ihm
unter heißen Küssen zugeraunt, „habe ich uns heute von dem
finsteren, gefährlichsten Wächter losgekauft, in wenigen Ta—
gen wird er das Schloß verlassen haben und dann sind wir
frei Und müssen es auch vollends werden. Eine hündische
Treue bewacht den Eingang meiner Wohnung, eine sichere
erprobte Verbündete den heimlichen Auslaß. Der Boden
hrennt mir hier unter den Füßen, den Maun, dem ich Liebe
heucheln muß, ihn verachte, hasse ich; jede seiner Liebkos—
ungen erweckt meinen Widerwillen. Alles empört sich in
mir, und doch muß ich es lachend dulden — um Dich! den
ich wie meinen Himmel, meine Hölle in unsäglicher Wonne
und folternden Schmerzen liebe, die in ihrem Weh noch
süßer sind, als die berauschendsten Freuden, welche Deine
Liebe mir gewährt. Meine Vorbereitungen sind geiroffen,
Alle, die mich hätten hindern können, sind entfernt: den Weg
zur Flucht, zur Freiheit und einem ungehinderten ewigen
Glück habe ich uns geöffnet, und wir müssen ihn gehen.
Du wirst mit mir heimlich das Schloß verlassen; ich raffe
Alles zusammen, was mir geworden an Gold und Ge—
schmeide, und weit von hier fliehen wir, in eine stille Ein—
samkeit, oder mitten hinein in das wilde Leben, nach Paris
meinetwegen! wenn wir nur fortan unserer Liebe, un—
serem Gluͤck leben dürfen. Diese Mitteilung habe ich Dir
aufgespart bis jetzt, Heißgel'ebter, denn ich war Dir Ersatz
schuldig dafür, daß ich heute an Dir, doch fuͤr unsere Liebe,
sündigen mußte. Jetzt weißt Du Alles, jetzt nimm mich
hin, als Dein eigen, als Teine Sklavin — Dein Weib!“
Dann hatte ihr Mund Küsse gespendet, die die Seele des
jungen Mannes berauschen, doch auch betäuben, sein Hirn