Full text : Der Karlsberg

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holfen, das weiß ich, Ihr könnt es nicht, wir werden Ver—
bündete bleiben!“
Destner war aufgesprungen. Zu Frau von Esebeck trat
er heran, ergriff deren Hand, führte sie an seine Livpen und
sagte:
„Vergebung, schöne Frau! Fortan sollt Ihr keinen
reueren Diener haben als mich. Verlangt Ihr Eide, ich
schwöre sie Euch.“
„Ich will Ihnen glauben, Destner, und werde Gleiches
mit Gleichem vergelten. Doch denken wir an das Nächst—
liegende. Was raten Sie?“
Statt einer direkten Antwort wandte sich Destner an
Madame Agnes. Seine Fragen und Reden klangen so be—
sttimmt, daß die Frauen sich unwillkürlich der Führung
des gewandten Manncs beugten, seinen Plan acceptierten.
bevor er ihnen bekannt geworden.“
„Könnt Ihr jederzeit erfahren, wenn er — Scharfeneck
bei ihr ist?“
„Melanie, die in der Nähe Wache hält, belauscht sie
und berichtet mir iedesmal, wenn sie wieder zusammen
kommen.“
Ind in diesem Augenblicke ist er in ihrem Apparte—
ment?“
„Seit der Herzog sich zur Ruhe begeben.“
„Verdammt!“ knirschte Destner leise. „Da konnte sie
mich freilich nicht empfangen!“ Dann setzte er Laut hinzu:
„Für heute ist es zu spät und nichts imehr zu unternehmen.
Wanu glaubt Ihr, daß sie wieder beisammen sein wer—
den?“
„Jedesmal, wenn Seine Durchlaucht sich in seine Ge—
mächer zurückzieht.“
„Könnt Ihr mich in einem solchen Falle frühzeitig
avertieren ?“
„Sofort.“
„Gut! So hört denn meinen Plan! Keinen Augenblick
länger als nötig, dürfen wir zögern. Kommen Beide das
nächste Mal zusammen, dann muß es geschehen. Ihr be—
nachrichtigt mich — doch seht Euch ror, daß es
sich auch so verhält, wie Ihr angebt, denn dlesmal gilt cs
unsere Köpfe! — Ich dringe bis zum Kerzog, und muß
es sein, mit Gewalt, sage ihm Alles, führe ihn mit mir
an den Ort des Verrates — der lange Wächler soll bei allen
Teufeln kein Hindernis sein! Serenissimus muß sie auf
frischer That überraschen, dann sind Beide verloren und
— unser! Frau von Esebeck und Ihr, Mutter Agnes, hal—
            
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