Full text : Der Karlsberg

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verdammte: nackend mit Spiritus begossen und angezündet!
Haha! ich höre den Burschen noch wimmern — bis die
Flammen ihm die Kehle verbrannten. Und er war doch ein
so vortrefflicher Koch! Na, er hat auch einmal gespürt, wie
das Braten bei lebendigem Leibe einer menschlichen Kreatur
bekommt. Schade, daß er nicht davon erzähen kann — er
ist eben über das Experiment wahnsinnig geworden!“
Plötzlich hielt ec inne und zuckte zusammen. Es war.
als ob seine Frevelworte die Nemesis heraufbeschworen und
er deren Nähe, deren rächendes Gericht ahne.
„Riecht es nicht brandig hier?“ keuchte er jetzt, indem
er die goldene Kanne in den Sack fallen ließ und mit ein—
gezogenem Kopfe, weit ausgerissenen Augen starr in die
Runde spähte. „Herr Gott — wenn im Schlosse ein Brand
ausbräche — in der Nacht! — hier oben wäre ich ver—
loren und könnte gebraten werden, wie jener Wahnsinnige!
— Haha!“ klang es nach einer kleinen Pause mit grellem
Lachen. „Dafür habe ich ja meine Treppe! und nicht bran—
dig, nur moderig riecht es hier. Dem soll bald abgeholfen
werden.“
Und wieder ruhig, kaltblütig, wie früher, vollendete er
seine Arbeit. Der Sack war fast bis zum Rande gefüllt.
Jetzt schnürte er ihn fest zu und versuüchte, ihn zu heben.
Wenn das Gold, die Silbersachen auch ein bedeutendes
Gewicht hatten, so gelang es ihm doch, und auf seiner
Schulter trug er den reichen Schatz in den schmalen, halb—
dunklen Gang.“
„Hier bist Du in Sicherheit,“ sagte er mit leiser gieriger
Freude, „und magst ruhen, bis Dein glücklicher Besitzer
Dich weiterschleppt.“
Dann schloß er die Thür, rückte den Schrank an seine
frühere Stelle und warf sich tief aufa'mend wieder in den
Lehnstuhl zurück.
Sein Thun hatte Zeit erfordert. Der Nachmittag war
weit vorgerückt und schon längst hatte die Glocke das Zei—
chen zum Diner gegeben, dem Destner als Verbannter, zum
ersten Male in seinem Hofleben nicht beiwohnen sollte Er
hätte auch nichts genießen können, spürte keinen Appetit,
dafür erfüllte ihn neue Wut, wenn er daran dachte, wie
jetzt die Genossen der herzoglichen Tafel über ihn und sein
Unglück spotten, trüumphieren würden. Er verwünschte,
derfluchte sie Alle, die Erbärmlichen und Feigen, die in
seinem Glück vor ihm gekrochen, und suchte sich auf diese
Weise Luft zu machen, die Zeit zu töten bis zum Abend, wo
            
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