Full text : Der Karlsberg

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bis in den Staub, wenn es sein muß. Das Letzte muß ich
versuchen, sie zu versöhnen, das Unheil von mir abzuwenden.
Gelingt dies nicht, dann bleibt mir nichts, als Flucht, und
je eher ich sie ausführe, je besser und sicherer wird es für
mich sein. Aus ihrem Thun, ihren Reden werde ich auf
alle Fälle merken, ob ich noch zu hoffen oder was ich zu
fürchten habe, und hiernach richte ich mich. Ist Alles ver—
loren, dann fliehe ich noch in dieser Nacht. Deshalb —
an die Arbeit!“
Schon hat er den Eingang seines Zimmers verriegelt
und seine kräftigen Arme rücken einen großen Schrank, der
an einer Wand des Zimmers steht, bei Seite. Eine einfache
Thüre, deren einstiger weißer Lackanstrich gelb geworden,
kommt zum Vorschein. Rasch ist das Schloß geöffnet und
ein schmaler Gang mit einer Treppe zeigt sich, denen ein
moderiger Tuft entsteigt. Es ist noch früh am Nachmittag,
doch auf der Treppe herrscht ein unheimliches Halbdunkel,
denn kaum noch vermag das Tageslicht durch die erblin—
deten Scheiben des schmalen Fensterchens zu dringen.
Destner hält sich dabei nicht auf. Schränke und Kom—
modeschubladen öffnet er mit Schlüsseln, die er, wie den
der Thüre, einem geheimen Schubfach entnimmt. Kostbare
silberne und vergoldete Gefäße, wohl auch solche von purem
Golde, langt er aller Orten hervor, Becher, Kannen, einen
kleinen Stoß Teller, sodann ein eisernes Kästchen, bis
zum Rande gefüllt mit Goldrollen, die er mit gierigen
Blicken zu betrachten und zu zählen anfängt. Doch vald
läßt er davon ab und beginnt seine Schätze sorgfältig in
einen großen Sack, der ebenfalls und wohl zu diesem Zweck?
bereit liegt, zu packen. Das Kistchen mit dem Gold — es
muß eine bedeutende Summe enthalten — birgt er zuerst,
zuvor jedoch steckt er eine der darin enthaltenen Goldrollen
zu sich, dann kommen die silbernen und goldenen Getäte
und Gefäße an die Reihe.
Jetzt hält seine Hand eine kleine, doch schwere Kanne
von Gold und verschnörkelter, getriebener Arbeit. Sinnend
betrachtete er das kostbare und wertvolle Stück, während
sein Gesicht sich zu einem häßlichen Grinsen verzerrt. Zu—
gleich murmelte er mit einer höhnischen Selbstzufriedenheit,
die etwas Satanisches hat:
„Armer Teufel! — Hast schwer dafür büßen müssen,
daß ich die hübsche Kanne zu stehlen vermochte. Doch es
geschah Dir recht, warum hast Du nicht besser aufgepaßt,
es muß ein recht hübsches Vergnügen gewesen sein, zu dem
Sexrenissimus Dich in seiner gewohnten Huld und Gnade
            
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