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fernung aus dem Schlosse nichts mehr im Wege. Das
kleine Höfchen lief dem ganzen Seitenflügel entlang und
diente an anderen Stellen für Küchen- und Heizungszwecke.
Die Mauer war nicht hoch, Destner konnte sie leicht über—
steigen — große Holzhaufen lagen in der Ecke — und er
befand sich in den Waldanlagen, welche das Schloß und die
Eremitage rückwärts umgaben.
So weit war Alles vortrefflich gedacht und vorbereitet.
Doch der Herzog baute weiter, neben dem Schlosse ent—
stand der Kavalierbau und das Höfchen erhielt nun in
seiner ganzen Länge einen dreistöckigen Nachbar. Jetzt
war ein unbemerktes Entkommen aus dem Schlosse schwie—
riger geworden, wenn unter Umständen auch immer noch
moͤglich. Destner hatte die Veränderung nicht hintertreiben
können und sich schließlich auch gefügt. Seine Stellung
bei dem Herzog war mit den Jahren eine so feste und
sichere geworden, daß er angefangen, seinen heimlichen
Schlupfwinkel zu vergessen. Jetzt aber, nach fast fünfzehn
Jahren, wurde er plötzlich und so unsanft wieder daran er—
innert; jetzt dünkte ihn ein Glück, der einzige Rettungs—
weg, was er mit der Zeit als eine fast lächerliche Vorsichts—
maßregel betrachten gelernt.
Immerfort hatte er sich in seine stille Wohnung, wie
der Fuchs in seinen Bau, alles das zusammengetragen, was
hm durch die Huld und Gnade seines hohen und verschwen—
derischen Gönners geworden, und floß die Quelle ihm nicht
reichlich genug, so wußte er äußerst geschickt nachzuhelfen.
Seine Zigeunerabkunft bewährte sich hier, seine eigenste
Natur verleugnete sich nicht. Kostbare Silberstücke ver—
schwanden dann und wann auf unerklärliche Weise. Oft
wurde es kaum bemerkt, doch auch manchmal einer der
Lakaien als der Dieb bezeichnet, überführt und gebührend
bestraft, trotz der heiligsten Versicherung der Unschuld des
armen Teufels. Destner war ein unerbittlicher Richter,
und er wußte, warum.;
So ward denn die kleine Wohnung des Forstmeisters
im oberen Stockwerk des Schlosses mit der Zeit eine wahre
heimliche Schatzkammer geworden, und diese beschäftigte den
so rasch und gänzlich in Ungnade gefallenen Günstling in
diesem Augenblick vor allen Dingen.
Nach einer langen Weile erhob sich der Brütende mit
aller Energie aus seinem bequemen Sitz.
„Zuerst meine Schätze in Sicherheit,“ sagte er laut in
bestimmtem Tone, „und dann — zu ihr! Eine Unterredung
will ich mit der verräterischen Kreatur haben, mich beugen