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So hatte unter Anderem am Ende des einen Seiten—
flügels eine kleine Lauftreppe beseitigt werden müssen,
welche die Appartements der drei Etagen miteinander ver—
bunden, um in den unteren Korridoren lange, glatte Wände
zu schaffen. Destner hatte diesen Umstand erfaßt und für
seine Pläne auszubeuten gewußt. Den Baumeister Rosch—
veranlaßte er, sämtliche Thüren zu dieser Treppe zu ver—
mauern, bis auf deren zwei, die oberste und die unterste,
welche einfach geschlossen wurden. Die unterste Thüre mün—
dete in ein kleines Höfchen, das sich längst des Schloßflügels
hinzog, selten betreten und mehr zu Küchenzwecken be—
nützt wurde, die oberste abec führte in ein kleines Appar—
tement des driten Stockwerkes, das Destner, nachdem das—
selbe fertig war, die Tapeten die kondemnierte Thür be—
deckten, sich vom Herzoge als Wohnung erbeten hatte,
trotzdem sein hoher Gönner ihm ein weit brillanteres Ap—
vartement bestimmte.
Hier hatte er bis zum heutigen Tage gewohnt, ohne
daß Jemand die Ursache erraten, weshalb der Günstling
des Herrn sich mit einer so bescheidenen Wohnung begnüge.
Destner vermochte jedoch jede derartige neugierige Frage
mit dem Bemerken aus dem Felde zu schlagen, daß er
ja den ganzen Tag in den eigentlichen herzoglichen Ge—
mächern zubringen und froh sein müsse, die Nacht in Ruhe,
entfernt von allem Geräusch, verschlafen zu können. Damit
hatte man sich zufrieden gegeben, und nie mehr war
der Forstmeister wegen seines auffallend einfachen Appar—
tements behelligt worden.
Mit der Zeit hatte Destner jedoch kleine Veränderun—
gen in seiner Wohnung vorgenommen, dies jedoch ganz
allein und bei nachtschlafender Zeit. Die Tapete entsernte
er von der unbenützten Thür, rückte cinen großen Schrafnk
davor und rastete nicht, bis er einen Schlüssel gefunden,
der das Schloß ösfnete. Es gelang ihm urnd in einer stillen
Nacht schritt er zum ersten Male mit einer kleinen Blend—
laterne die vergessene, geheimnisvolle Treppe hinab.
Die Thüren der verschiedenen Etagen fand er rermauert,
die Scheiben der kleinen Fenster erblindet und teilweise
geborsten. Nur der untere Ausgang war geblieben und
wie damals, beim Bauen, noch immer verschlossen. Auch
hierfür wußte der stille, nächtliche Hantierer Rat zu ichaf—
fen; er fand einen Schlüssel, der in das Schloß paßte, die
alte Feder knarrte und der verborgene Ausgang öffnete
sich. Destner empfand cine Freude, die etwas Grimmiges
hatte, denn jetzt stand einer heimlichen und sicheren Ent—
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