gleiter mußten es glauben, und laut rufend sprenzien
sie in die Wiese hinein.
Toch nichts zeigte sich ihren Blicken. Die Diener
hatten dem flüchtigen Pferde nachgesetzt, das sie bald er—
reichten und sich willig einfangen ließ. Ter Herzog und
Scharfeneck — Destner schien verschwunden zu sein —
ritten noch immer auf der Wiese umher, suchend und stets
ängstlicher nach Elsa rufend, die sie nirgends zu entdecken
vermochten.
Schon dachten sie, daß das Unglück an anderer Stelle,
etwa schon im Walde geschehen sein müsse, denn die wilde
Reiterin war ihnen siets eine ziemliche Strecke voraus
gewesen und oftmals bei Biegungen des Waldes aus den
Augen verschwunden.
Schon wollte der äußerst aufgeregte Herzog seinen Leu—
ten Befehl geben, zurückzureiten, andere Hilfe herbeizu—
schaffen, als plötzlich das ihm nur zu bekannte silberhelle
neckische Lachen deutlich ans Ohr drang. Er hielt just in
der Nähe des Heuwagens; überrascht wandte er sich um
und zu seiner Freude erblickte er die Gesuchte, schon ver—
ungluͤckt Geglaubte, in dem Wagen-Salon. Die Schelmin
hatte ihr Koͤpfchen aus dem Thürfensterchen gestreckt und
lachte so lustig und hell, blickte dabei den Herzog so ver—
führerisch an, daß dessen Angst plötzlich in ein glühendes
Sehmen verkehrte.
„Das erheischt Strafe, Du Lose! Du böses, liebes
Geschöpf!“ rief er und sprang vom Pferde, dessen Zügel
er seinem Cheveauxleger-Obersten zuwarf.
Scharfenecks Gesicht verfinsterte sich, doch auch ihm
wandten sich Blicke und Lächeln der schönen Verführerin
zu, wenn auch nur für einen Augenblick, doch deutlich ge—
nug sprechend, um die Falten seiner Stirne zu glätten.
Der Herzog war auf den Eingang des Salons zuge—
eilt. Er kapituͤlierte, denn Elsa verweigerte ihm keck und
unter allerlei Neckereien den Eintritt in ihr süßduftendes
Heiligtum, wie sie meinte, und je länger sie sich sträubte,
je tapferer sie ihre Festung verteidigte, je feuriger, stür—
mischer wurde der Herzog. Er hatte sich auf einen der Tritte
geschwungen, welche den Aufgang zu dem Salon bildeten,
und war ihrem Gesichtchen nun ganz nahe.
Ta kam Destner aus dem Walde hervor. Kaum hatte
Elsa den ihr Verhaßten erblickt, als sie plötzlich den Hals
des Herzogs mit ihren Armen umfing, einen heißen Kußi
auf seine Lippen drückte und ihm leise zurauntet n