Full text : Der Karlsberg

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Damit bestieg er sein Pferd wieder und sprengte davon,
dem Herzog und der Verhaßten nach, Zorn im Herzen,
wabrend er versuchte, auf seinem Antlitz ein Lächeln hervor—
zuruien, mit dem er vor seinem Gebieter und Elsa er—
scheinen konnte.
Jana kehrte in ihr Zelt zurück, ihre Wunde zu reinigen
und zu vflegen. — Hätte sie ahnen können, wem ne im
Grunde Schmach und Schmerz verdankte, letzterer würde
wohl ein ganz anderer, entsetzlicher gewesen sein.
Die gehetzten Hasen hatten sich nach und nach zu beiden
Seiten des Weges im Walde verlaufen, nur einige wenige
verfolgten in ihrer Flucht die gerade breite und platte Bahn.
In tollster Hast jetzte ihnen El'a nach und immer weiter zog
sich die jsonderbare Hetze in die Karlslust hinein. Jetzt senkte
sich das Terrain und in der Ferne zeigte sich das Wiesen—
thal, wo Elsa eigentlich in ihrer neuen Hof-Carriere in so
geschickter Weise debütiert hatte. Sie erkannte es wieder
und auch den trügerischen Heuwagen, der noch immer auf
der früheren Stelle stand. Ein mutwilliger Gedanke, der
sich bald zu einem bösen gestaltete, schöüß Elsa durch den
Kopf und nach der Terrasse lenkte sie ihr Pferd. Ihr
Thun konnte unabsichtlich erscheinen, denn ein Paar lang—
ohrige Hasen hatten fliehend dieselbe Richtung eingeschla—
gen. Ten Weg, der die Terrassen verband, sprengte sie
hinab, dann in das Wiesenthal hinein und auf den Heu—
wagen zu, der wohl wieder zu einer Falle, doch ganz anderer
Art werden sollte. Rasch warf sie den Kopf nach rückwärts,
da sah sie den Herzog, Scharfeneck und die drei Diener aus
dem Wald kommen, und zu noch schnellerem Lauf trieb sie ihr
Pferd an. Jetzt hatte sie den Heuwagen erreicht, hinter
seinem breiten Rücken sprang sie behende zur Erde, gab dem
Pferde mit der Peitsche einen scharfen Hieb, daß es sich
hoch aufbäumte und dann auf der Wiese, sich schüttelnd
und wiehernd dahin schoß. Einer Schlange gleich wand
sich Elsa um den Wagen, erreichte glücklich die Thüre,
zffnete sie und stieg in den kleinen verhängnisvollen Sa—
lon. Noch hatte sie Zeit, an einer Seite eines der Fenster—
chen zu öffnen, um zu lauschen, zu sehen, was sich auf der
Wiese begeben würde.
Nur wenige Augenblicke hielt draußen die Ruhe an,
dann begann plötzlich ein lautes ängstliches Rufen von
Stimmen, unter denen die des Herzogs deutlich hervor—
trat. Tie Reiter hatten den weißen Zelter Elsa's erblickt,
wie er ohne seine Reiterin über die Wiese dahin flog. Ein
Unglück mußte geschehen sein, der Herzog und seine Be—
            
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