Full text : Der Karlsberg

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alber war das voraus reitende Paar recht munter. Elsa
plauderte in ihrer unbefangenen Weise lustig mit dem
Herzog und oft erklang ihr helles, keckes Lachen durch die
stillen Waldpartieen. Und doch war es ein ziemlich ernstes
Cespräch, in das Beide unwillkürlich hineingeraten. Das
Thema mußte Elsa interessleren, wenn sie seine eigentliche
Bedeutung auch nicht zu erfassen vermochte. Sie hielt
sich an die ihr vom Herzog mitgekeilten Thatsachen und
besprach diese in ihrer sorglosen und spottlustigen Weise.
„Ich begreife Euer Durchlaucht nicht!“ sagte sie mit
threm neckischen und doch so bezauberndem Lächeln. „Wie
kann man es nur den guten Parisern übelnehmen, wenn
sie sich darnach sehnen, ihre Steuern und sonstigen Lasten
los zu werden und sich etwas freier bewegen zu dürfen,
als bisher? Ich finde dies Verlangen ganz natürlich, und
es wäre Pflicht des französischen Hoses, ihm auf halbem
Wege entgegenzukommen. Ter Herzog von Zweibrücken
würde es gewiß thun, wenn dessen Unterthanen solche un—
schuldige Gelüste spüren und kundgeben sollten!“,
„Spotte nicht, Elsa!“ entgegnete der Herzog ziemlich
ernst. „Die Pariser gingen weiter, sie revoltierten offen
gegen ihren Herrn und König. Die Bastille hat das ra—
sende Volk nicht allein gestürmt, sondern auch jene ur—
alte, herrliche Veste, das Bollwer? des Königtums, nie—
dergerissen, der Erde gleich gemacht. Es ist unerhört!“
„Und muß recht lustig mit anzusehen gewesen sein!“
habee ans Paris muß sich in ein Tollhaus verwandelt
aben.“
„Wenn die Krankheit nur nicht ansteckend ist, sich über
die Grenze ausbreitet! Lasten dürfte es auch hier geben,
auch Mißliebige, Unbequeme!“
Ein scharfer Blick der Sprecherin streifte bei diesen
Worten den hinter ihr reitenden SVestner.
Ih Ich werde die Canaille schon im Zaune zu halten
wissen.“
„Es wäre schade! Denn eine Bastille gäbe es hier nicht
zu zerstören, wohl aber herrliche Paläste“
„Schweige, Elsa, beschwöre den Satan nicht!“ rief der
Herzog jetzt mit finster zusammen gezogenen Brauen.
Die kecke Reiterin ließ ein helles lüstiges Lachen hören,
und sofort entgegnete sie:
„Ganz recht! Den Satan wollen wir beschwören, um
ein solches Unheil von uns und dem schönen Karlsberg ab—
zuwenden. Ein glücklicher Gedanke und sofort wollen wir
ihn ausführen.“
            
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