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III. Abteilung.
Der Scharfrichter ron Fandau (1789).
Erstes Kapitel.
Unter dem neuen Regime.
Durch die Karlslust trabte eine kleine Gesellschaft von
drei Herren und einer Tame, gefolgt von einem Jäger in
Livree und zwei Mohren in ihren bunten seidenen Anzügen.
Tie Dame trug ein langes Reitkleid von grünem Sammet,
nach dem damaligen französischen Hofschnitt; hoch oben auf
der mächtigen Fuͤlle schwarzer Locken saß ein kleines rundes
Hütchen, mit einem ganzen Busch weißer Straußfedern
geziert, die bei jeder Bewegung der Reißerin graziös hin
ünd her flatterten. Stolz hob und beugte der weiße Zel—
ter den schön geformten Hals und seine Gangart war eine
so leichte, tänzelnde, daß man wohl hätte annehmen dürfen,
er empfinde ein eigenes Wohlbehagen, eine so schöne und
elegante Reilerin zu tragen. Doch diese wußte sehr gut
die Zügel zu führen, und die kleine feinbehandschuhte Hand
machte gar oft und recht derb Gebrauch von der langen
Peitsche, welche scharf die Weichen des Pferdes traf. Der
Herr an ihrec Seite ist mit einfacher Eleganz gekleidet,
nur ein Brillantstern auf der Brust kündet ihn als den Her—
zog von Zweibrücken an. Hinter ihm reitet der Forst—
meister Testner in seinem goldbordierten grünen Kleide
und Herr Guido von Scharfeneck. Doch letzterer trägt nicht
mehr die Uniform eincs Ofsiziers, sondern die eines Ober—
sten der Chevauxlegers.
In der Dame hätte man wohl Elsa wieder erkennen
können, denn ihre Schönheit war dieselbe wie früher, nur
hatte sie etwas Frauenartiges angenommen und kündete
zugleich mit der ganzen Haltung, dem Eebahren der Rei—
terin, ein Selbstbewußtsein, das dem Mädchen fremd
zewesen.
Zwei Monde nur sind seit dem Einzuge Elsa's auf dem
Karlsberge verflossen und nicht allein diese, sondern die