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gelichteten Reihen ihrer Nonnen nur in etwas zu ergänzen.
Noch besaß das Kloster ein wunderthätiges Marienbild,
dessen Wirkungen sich sogar bis auf die Weinberge erstreck—
ten, deren Wein überaus köstlich war und deshalb „Mutter—
gotteswein“ genannt wurde, welchen schönen Namen er
äübrigens heute noch trägt.
An dem Sonntag, wo Elsa ihren feierlichen Einzug
auf dem Karlsberge, unter dem Läuten der Glocken und
rauschenden Freudenklängen, hielt, näherte sich das Mädchen,
welches ihr bisheran Schwester gewesen, mit ihrem Vater
und dem treuen Gefährten, den der Zufall ihnen gesandt,
dem Kloster in dem einsamen Thale. Sie hatten ihre Flucht,
wenn auch langsam, doch glücklich bewerkstelligt und waren
am Nachmittage mit ihren wenigen Habseligkeiten an dem
Ziele ihrer Fahrt angelangt.
Eine feierliche Sonntagsruhe herrschte an dem stillen
Orte, nicht unterbrochen, sondern gehoben durch das Ge—
läute, welches die Insassen des Klosters und andere An—
dächtige zur Vesper riefen.
Hier war Ruhe, Frieden, das sagten sich die Drei, ein
Jedes in seiner Weise, und das Herz Louise's erfüllte ein
stilles, seliges Glück, wie das Mädchen glaubte noch nie
empfunden zu haben.
„Hier laß uns weilen!“ sagte sie mit leiser, zitternder
Stimme und einem verklärten Blick der blauen, thränen—
feuchten Augen zu dem Vater. „Hier sind wir sicher vor
allen bösen Menschen, werden Ruhe, Frieden finden und
auch das Glück.“
Der alte Dümmler entgegnete nichts, doch hielt er die
Hand seines Kindes fest gefaßt, während der Limburger
vr ängstlich auf Rus Mädchen blickte, dessen Worte er ge—
ört. —
Vor dem Kloster standen unter uralten Linden ver—
schiedene Bänke und Tische von Stein, wohl zum Ausruhen
für fromme Wallfahrer nach dem Gnadenbilde errichtet.
Hier ließen die Drei sich nieder. Der Limburger legte seinen
Pack ticfaufatmend auf einen der Tische nieder, trocknete
sich den Schweiß ab und blickte fragend auf Vater und
Tochter, die beide, die sich wohl ihren Gedanken überlassend,
schweigsam blieben. Endlich sprach der alte Dümmler in
festem Ton:
„Ja, wir sind am Ziele angelangt, und hier bleiben
wir — wenn wir es möglich machen können. Vorerst will
ich meine alte Schwester, die Pförtnerin des Klosters —
wenn sie noch am Leben ist, was ich zu Gott hoffe! —