Full text : Der Karlsberg

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„Willkommen in Deinem Hause! — vergiß nur niae.
was Du mir gelobt: Liebe und Treue!“
Ein keckes und doch so liebenswürdig klingendes, halb—
lautes Lachen war die einzige Antwort auf diese Worte,
welche durch den Blick, der sie begleitete, noch eine tief,
ernste Bedeutung erhielten. Doch auch Elsa's Feuerblick
sprach, während ihr Mündchen lachte; der Herzog mußte
ihn verstanden haben und mit der Antwort zufrieden sein.
denn heiter wie früher, lächelnd und nach allen Seiten
huldvoll grüßend, schritt er mit Elsa die breiten Marmorstu—
fen der Treppe hinan. —
Das war der Einzug Elsa's, des Zigeunerkindes des
Vouisenhofes, in das neue Leben des Karlsberges, für seine
Bewohner der Beginn eines neuen Regiments.
se Wie lange wird es dauern? — Wie wird sein Ende
ein? —
Der Tag, das Diner, Konzert und Ballet verliefen
programmmaͤßig. Besonderes ist darüber nicht zu be—
richten. Alle Teilnehmer des Festes waren entzückt über
die Schönheit und Liebenswürdigkeit der nenen Göttin
des Ortes und fanden sich beglückt, in ihrer Nähe weilen,
unter ihrem Szepter atmen zu dürfen.
Nur Einer schien hiervon eine Ausnahme zu machen.
Es war Destner.
Der Herzog hatte weder am Nachmittag, noch am
Abend nach ihm verlangt, und Elsa, sein Geschöpf, sich nicht
ein einziges Mal nach ihm umgesehen — ein Vorzug,
dessen sich hingegen Herr Guido von Scharfeneck mehrmals
und in freundlichster Weise rühmen durfte.

In einem kleinen Thälchen an der, Grenze, dort, wo
die Zweibrücker und die reichsgräflich bayerischen Lande
mit dem großen Nachbarreich zusammenstießen, lag, sich in
das französische Gebiet hinüberziehend, eine Kirche, von
Gebäuden umgeben. Es war das Kloster Gräfinthal und
Augustiner-Nonnen bewohnten es. Noch bis vor wenigen
Jahrzehnten waren nur adelige Fräuleins in das reiche
Stift aufgenommen worden, hatten doch früher sogar Ab—
könimlinge aus königlichem Geschlecht Aufnahme gesucht
und gefuünden — eine Tochter des Polenkönigs Stanis—
laus Leszinsky und Schwester der Königin von Frankreich
lebte und starb hier, ihr buntbemaltes Grabmal ist heute
noch daselbst zu schauen — doch in letzterer Zeit hatte die
Acbtissin sich genötigt gesehen, auch fromme Mädchen aus
bürgerlichen Kreisen willkommen zu heißen, um die stark—⸗
            
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