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hatte er ihren Sinn, ihre Tragweite erfaßt und was sie ihm
dann zeigte, war so gewaltig, daß seine eigene Rache ihm
dagegen nur kleinlich dünken konnte. Das Volk erhob sich
gegen seine Unterdrücker! es hatte bereits Siege zu ver—
zeichnen, und seine Selbständigkeit, seine Freiheit wird es
erringen, dort, in Frankreich, wie hier in dem deutschen
Vaterlande! Der Gedanke war zu schön, zu groß und über—
wältigend, und alles andere Denken und Fühlen verschwand
vor ihm. Das war ein Ziel, würdig des Edelsten, und
ihm mußte er seine Kräfte weihen. Konnte es für seine
Heimat erreicht werden, konnte sein armes Pfälzer Volk
sich von seinem Bedrücker befreien, glücklich in freier Selbst—
ständigkeit werden, was galt ihm dann seine eigene Rache?!
Er dachte ihrer bereits nicht mehr und, von der Hoheit des
Gedankens erfüllt, rief er enthusiastisch:
„In den Reihen jener Streiter für des Volkes Freiheit
will ich kämpfen und, wenn es sein muß, mein Blut mit
Freuden vergießen! Hast Du die Macht, so sende mich
dorthin, und ist die Arbeit in Frankreich gethan, so will ich
meine Stimme erheben und nicht rasten, bis sie mir folgen
hdierher, um unserem armen, unglücklichen Vaterlande zu er—
ine „was ihnen geworden: Licht und Leben, Freiheit und
Jück!“
„Schwärmer!“ klang es leise und die harten Züge der
Zigeunerin verzogen sich zu einem mitleidigen Laͤcheln.
Glaubst Du, in dem Chaos von Blut, Leichen und
Trümmern, das sich dort entwickeln wird, würde man Deine
Stimme hören? Glaubst Du, eine solche Gährung, die
alles Bestehende umstürzen muß, wäre zu hemmen oder zu
lenken? Ihre eigenen Kinder, ihre Priester wird die Re—
volution verschlingen und vollbringen, was sie muß. Keines
Aufrufs wird es bedürfen, sie hierher in Dein Land zu
tragen. Wie die Fluten eines reißenden Flusses, haben
sie einmal den sie bannenden Damm gebrochen, sich unauf—
haltsam, unwiderstehlich über alles Land ergießen — bis sie
sich selbst erschöpft, so wird die Revolution, einer Sündflut
gleich, die Länder überströmen, vernichten, Neues — im
ersten Augenblick vielleicht Ungeheuerliches gebären — bis
auch ihre Kraft gebrochen ist. Was uns not thut, ist
Anderes! Ist die Bewegung bis zu uns gelangt, dann gilt
es, Männer in ihrem Bereich zu haben, die im Stande fein
werden, ihre Strömung dorthin zu lenken, wo wir Tod und
Vernichtung sehen wollen. Willst Du einer dieser Männer
werden, so sollst Du erfahren, welche Macht Jana, die Zi—
geunerin, besitzt. Ihr Wille stellt Dich an den Posten, wo