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Wunde zwischen den Augen quoll das dicke Blut unauf—
haltsam hervor.
Der Wärter betastete seufzend seinen armen gemordeten
Zögling, doch sein Seufzen und Tasten half nichts, der ge—
waltige Petz war dahin! Seine Gelehrigkeit und Folg—
samkeit hatten ihn nicht vor einem frühen jähen und so
unverdienten Ende zu schützen vermocht.
„Der Satanskerl hatte also nicht allein ein Mord—
messer, sondern auch eine mit einer Kugel geladene Schieß—
waffe — wohl nur eine Pistole, bei sich!“ murmelte der
Mann ingrimmig zwischen den Zähnen. „Der Henker weiß,
wie er dazu gekommen sein mag! In meinem Stalle hat
er die Waffe gewiß nicht gefunden; die Grenadiere, welche
ihn verhafteten, müssen es wohl nicht der Mühe wert ge—
halten haben, ihren Gefangenen zu durchsuchen. Sonder—
bar! Doch noch rätselhafter ist es mir, wie er aus dem
Stalle hat entkommen können. Geduld! dies Alles wird
sich morgen beim hellen Tageslicht schon finden, jetzt heißt
es wieder heim, dem Herrn von der verunglückten Jagd
Nachricht zu geben. Der Mörder ist zwar entwischt, doch
noch immer in der Karlslust und so kann er denn auch
immer wieder eingefangen werden.“
Also suchte Kamozkh sich den Vorfall zu erklären, und
in seinen Folgen zurechtzulegen, dann trat er schleunigst
den Heimgang an.
Es war in der That ein weiter Weg, denn wohl über
eine Stunde hatte die sonderbare furchtbare Jagd und just
in dem wildesten Teile der Karlslust gedauert. —
Als Henry aus seiner Ohnmacht, der wohl ein betäu—
bender Schlaf gefolgt war, erwachte, blickte er anfänglich
mit starren Augen um sich. Er wähnte wohl noch immer
zu schlafen, zu träumen, denn was er sah, erschien ihm so
seltsam, unfaßbar, daß er es im ersten Augenblicke un—
möglich für eine Wirklichkeit halten konnte.
Er befand sich in einem Gemach, dessen Wände, Decke,
Fußboden mit bunten Teppichen bedeckt waren, deren Zeich—
nung und Farben, wenn auch verblichen, doch etwas Fremd—
artiges und auffallend Phantastisches hatten. Er lag auf
einem Divan von gleichem Stoffe, und allerlei seltsames
Gerät, dessen Bestimmung er nicht zu enträtseln vermochte,
erblickte er. DToch dort, vor ihm, auf einem gleichen Divan.
saß ein Weib in weitem, dunklem Gewande gehüllt, das ihn
immerfort mit finsterm Ausdruck ihres tiefbraunen, scharf⸗
markierten, häßlichen Gesichts anschaute.