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Fünfzehntes Kapitel.
Ende und Folgen der Jagd.
Eine Weile war Henry in dem dunklen dichten Walde
aufs Geradewohl fortgelaufen. Nur langsam kam er vor—
wärts, denn seinen Weg mußte er oftmals tastend zwischen
den Baumstämmen und dem niederen Gestrüpp suchen, und
noch dazu befand er sich auf einer Anhöhe, die er zu er—
steigen hatte, wollte er sich so viel als möglich von dem
Orte, von wo aus er eine Verfolgung erwarten durfte, ent—
fernen. Er kannte die Karlslust kaum, der Park mit seinen
Wundern stand allein dem Fürsten, und dann dessen Hofe
offen, wenn dieser sich im Gefolge seines hohen Gebieters
befand. Destner hatte die Oberaufsicht über den Park und
nur dessen Leute betraten ihn. Soviel jedoch wußte Henry
von der Karlslust, daß sie ringgsum mit hohen Planken um—
geben war, daß ihre wenigen Eingänge scharf bewacht wur—
den und ein Entkommen aus dem Gehege nicht so leicht
zu bewerkstelligen sein dürfte. Und doch mußte er den Ort
so schnell als möglich verlassen, denn war die Jagd auf ihn
einmal eine allgemeine geworden, so konnte er nur unter—
liegen und wieder eingefangen werden. Das durfte nicht
sein, frei mußte er werden, koste es was es wolle, denn nur
frei war er im Stande zu thun, was er sich mit heiligem
Eid gelobt: zu strafen und sich zu rächen.
Solche Gedanken beschäfligten den Flüchtling, während
er rastlos die dichtbewaldete Und dunkle Höhe hinanstrebte.
Da glaubte er plötzlich hinter sich ein eigentümliches Schnau—
fen zu hören. Ueberräscht hemmte er seinen Schritt und
horchte Er hatte sich nicht getäuscht. Hinter ihm kam es
brein, mit plumper Gewalt, schnaufend wie ein wildes,
wütendes Tier; die Büsche und Bäume knickten auf seinem
Wege und immer mehr näherte es sich Henry. Jetzt erfolgte
ein kurzes Brüllen. — „Herr Gott; den Bären haben die
Elenden auf meine Fährte gehetzt!“ so schrie Henry von
Entsetzen gefaßt auf und begann dann seine Flucht aufs
Neue, doch diesmal mit fieberhafter Eile. Was vermochte
er gegen diesen furchtbaren Feind hier in dem dichten,