Full text : Der Karlsberg

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— qu gefährliches werden, wenn die Soberana es befehlen
würde.“
Jana hatte den Kopf emporgeworfen und blickte den
Sprecher mit glühenden Augen an. Einen Augenblick noch
zögerte sie, dann klang es schneidend:
„Geht! Du Uscher, bleibst!“
Die beiden Zigeuner verließen mit gekreuzten Armen
das Zelt. Der dritte aber, Uscher, trat keck auf Jana zu
und sagte leise, mit einem listigen, bösen Blick:
„Hast recht gethan, sie fortzuschicken, zwei Hände voll—
3 eine solche Arbeit besser und sicherer, als deren
echs.“
„Kannst Du in meinem Herzen lesen, Uscher?“ rief die
Zigeunerin aufspringend und dann dicht vor dem Manne
—V00
dringend und fragend an.
„Nein, wohl aber in Deinen Augen. — Geschieht es.
wenn sie an der Tafel sitzen, so kann es eim lustiges
enahn werden und Manchem — und Mancher den Hals
kosten.“
„Wie willst Du es ausführen?“
„Hab' mir Alles schon überlegt. Gieb mir zwei der
Dirnen mit, schmucke, gefällige —“
„Suche sie Dir selber aus!“
„— die Soldaten, welche dort wachen, werden auch
essen und trinken, haha! kommen nun noch unsere Dirnen
hinzu, so verlieren sie vollends die Köpfe und der meinige
hat freies Spiel. Ist dann die Lust au den Tischen am
collsten, dann —“
„Geh', Uscher! Ich werde auf Dein Zeichen warten
und in der Nähe sein, um Dein Werk zu bewundern. Bist
ein wackerer Bursche, will es Dir nicht vergessen. — Geh'!“
Uscher wandte sich mit einem glücklichen Lächeln, das
das ganze braune, verschmitzte Gesicht gleichsam verklärte,
zum Gehen. Bei der Draperie blieb er stehen, kehrte sich
nochmals zu Jana hin, die erregt das Zelt durchschritt,
und sagte:
„Sollst mit Uscher zufrieden sein, Soberana! Doch
noch etwas habe ich Dir zu melden. Habesch ist von
seiner Reise zurückgekehrt —“
„Von Paris?!“ schrie die Zigeunerin plötzlich in einer
furchtbaren Aufregung. „Und er ist noch nicht hier? —
Und das sagst Du mir erst jetzt?“
„Weiß nicht, wohin Du ihn gesandt hast,“ entgegnete
der Zigeuner wieder unterwürfig und leicht mit den Achselu
            
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