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Dreizehntes Kapitel.
Ein Vorbote der Sündflut
Jana hatte noch eine lange Weile dem längst im Walde
verschwundenen maskierten Aufzug nachgeschaut, Spott und
Verachtung in den Blicken, dann aber verfinsterte sich der
Ausdruck ihrer braunen, scharfmarkierten Züge. Sie wandte
sich dem Walde zu, ließ dreimal in Pausen einen Schrei.
dem einer Eule ähnlich, ertönen und schritt dann rasch zu
ihrem Zelte zurück, hinter dessen verblichener Draperie
sie verschwand. Kaum hatte sie sich auf den Divan geworfen,
als drei Zigeuner, in dunkle Lumpen gehüllt, bei ihr ein—
traten, doch ehrerbietig, mit gekreuzten Armen, am Eingang
stehen blieben. Ohne sie weiter zu beachten, sagte Jang
kurz und befehlend:
„Rede! Einer nach dem Andern. Matijucka, beginnt!
Uscher spricht zuletzt. Was habt Ihr gesehen?“
Einer der Zigeuner trat einen Schritt vor und sprach
unterwürfig:
„Ich war auf der Wiese, der Heuwagen ist aufgestellt,
um den Schwanenteich ordnet man die Tische. Dort soll
gespeist werden. Zur Nacht ist großes Feuerwerk.“
„Weiter! — Wozu dies Alles?“ rief Jana, und als
der erste der Zigeuner schwieg, trat der zweite vor und sprach
ebenso unterwürfig aber rasch:
„Eine Schäferei wird aufgeführt, hab's von den Leuten
ersahren, der Heuwagen soll als Falle für Eine dienen, die
der Herr sich gewinnen will.“
Tie Zigeunerin wandte das Gesicht. Die Falle war
wohl von ihrer eigenen Erfindung zu einer Zeit, da sie
noch etwas galt, da sie noch hoffte, und nicht haßte, wie
heute. —
„Wo warst Du, Uscher?“ rief sie dem dritten Zigeu—
ner zu.
„Ich war nur beim Feuerwerk, Soberana,“ erwiderte
dieser geschmeidig und in scharfem Tone. „O, ich weiß
Alles, was sie abbrennen wollen und wo es abgebräannt
werden muß! Es wird ein lustiges Feuerchen und könnte