Full text : Der Karlsberg

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Herablassend, huldvoll dankte der gefeierte durchlauch—
tigste Pächter seinem getreuen Hofgesinde. Nun erhob er
sich, und von seinen Nymphen geleitet, seinem Hofstaat ge—
folgt, schritt er die Terrasse hinab und dem Wiesengrunde
mit dem Heuwagen zu, wo ja die seiner würdigen Päch—
terin schon längst harrte. Elsa hörte das Näherkommen
der Stimmen, der Musik, ohne sich erklären zu können,
was eigentlich um sie vorgehe. Doch ängstlich wurde das
Mädchen nicht in ihrem schönen Verstecke, nur immer neu—
gieriger aufgeregt.
Endlich konnte sie die Nahenden sehen; bald war der
Wagen von der lachenden bunten Menge umringt. Die
Musik hielt und spielte ihre muntersten Weisen. Man
mußte wissen, daß sie sich in dem Wagenzimmer befand,
was übrigens durchaus nicht mit den Worten Melanie's
stimmte. Nun öffnete sich plötzlich die Thüre, Elsa stieß
einen lauten Schrei der Ueberraschung aus, denn der Herzog—
Pächter stieg schnell und gewandt in den Wagen, und im fol—
genden Augenblick wurde die Thüre von Mademoiselle Me—
lanie wieder geschlossen. Elsa war mit dem Herzog und
ihrem weißen Länimchen allein, und draußen — draußen in
der Runde fiedelten die Geigen, bliesen die Flöten und
Hörner, lachten und plauderten die Herren Knechte, die
Mägde-Damen, die Nymphen und Nitxen in lustigster —
teilweise in einer etwas unverschämt lustigen Weise.
Doch das Vergnügen dauerte auf keiner Seite, weder
in noch vor dem Heuwagen lange. Der Wagensalon hatte,
wie eine wirkliche Kutsche, der Ausgänge zwei. Wenn nun
auch Mademoiselle Melanie die Thüre, durch welche Elsa,
nun auch der Herzog eingestiegen, früher wie jetzt von außen
fest geschlossen hatte, und sie nur auf ein mit dem Herzog
verabredetes Zeichen wieder zu öffnen gedachte, so war dafür
die Thüre auf der anderen Seite ihrer Aufmerksamkeit ent—
gangen. Elsa hatte Zeit genug gehabt, sich in ihrem sonder—
baren Aufenthalt umzusehen und auch bald genug diesen
Ausgang entdeckt, wie auch, daß der Schlüssel im Schlosse
stak und es nur von ihr abhinge, wollte sie sich aus dem
Wagen entfernen. Behutsam hatte sie die Thüre aufge—
schlofsen, geöffnet, vorsichtig hinausgelugt und dann rasch
wieder zugemacht. Nun verlief das Abenteuer ganz anders
als sie gedacht und Melanie ihr vorgestellt. Der Herzog
war bei ihr, sie ganz allein mit dem gefährlichen Manne
in dem engen hübschen Raume, und draußen machten die
Musikbanden einen solchen musikalischen Lärm, daß man
keinen Laut von ihr vernommen, selbst wenn sie auch noch
            
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