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Herrn Hof-Pächter so lustig und schelmisch, als ob sie alle
von seinem kleinen Geheimnis, von seinen Herzensschmerzen
Kenntnis hätten und ihn bedauerten, doch auch auf endlich—
Erfüllung seiner Wünsche vertrösten wollten. Ihr loses,
neckisches Spotten nahm der Herr Pächter höchst gnädig auf,
und als die kleine herrliche Bäuerin mit den schwarzen
Schlangenlocken an ihm vorüberfuhr, ihm lachend ihre wei—
ßen, scharfen Zähnchen zeigte, doch zugleich ihn auch mit
ihren Glutaugen in Flammen zu setzen suchte, da hielt sich
der verliebte Pächter nicht mehr. Vor seinem ganzen Hof
verriet er sich, indem er der schwarzen Magd einen Kuß
zuwarf und dann der hellauflachend Davonfahrenden ver—
langend die Arme nachstreckte. Ein lautes Bravogeschrei und
Händeklatschen der übrigen Landmägdlein beantwortete diese
sprechende Aktion der Hauptperson des Aufzugs, und von
Wagen zu Wagen pflanzten sich solche Beifallsbezeugungen
—D
lich handle, was der durchlauchtigste Pächter im Grunde
Großes und Schönes vollbracht — es konnte nur eben
Bewundernswertes gewesen sein — so lachte, applaudierte
und freute man sich doch in gewohnter Unterthänigkeit.
Durch die lange Allee bewegte sich der Festzug nach der
Karlslust. Schade! Zuschauer hatte das seltene wie seltsame
Schauspiel nicht, denn außer dem Hof, den Hofbediensteten
und Soldaten besaß die Residenz keine weiteren Bewohner.
Hätten die guten Homburger eine Ahnung davon gehabt, sie
würden gewiß gekommen sein, vor dem Schloß mit gezoge—
nen Hüten, wie es der herzogliche Befehl verlangte, geduldig
geharrt haben auf das Erscheinen des geliebten Landes
vaters. So aber kamen sie um diesen mehrfachen Genuß
und die Akteurs der Idylle um ihre Zuschauer.
Toch in der Karlslust erhielt der durchlauchtigste Pächter
und sein Hof ein bewunderndes und würdiges Publikum.
Wohin der Weg auch führte, die wilden Völkerschaften,
welche die Karlslust bewohnten, hatten auf höheren Befehl
ihre besten Kleider anlegen müssen und kauerten nun vor
ihren Hütten, Wigwams oder Erdhöhlen. Sobald der Ge—
bieter vorüberfuhr, warfen sie sich zur Erde nieder und küß—
ten devot den Staub, den die sechs Schimmel des Gewaltigen
aufwirbelten. Nur eine Bewohnerin des Parkes beugte
ihr Haupt nicht, als der Herzog in seiner bunten Makeraͤd⸗
vorbeizog
Auf dem großen Platz mit dem verblichenen tür—
kischen Zelt und den Minarets stand Jana hochaufgerich⸗
tet und während die Zigeunermädchen knieend am Boden