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Der Pächter und Herr dieses seidenen Bauern-Gesindes
war zur Zeit — ohne Pächterin! — Ach, wie gerne hätte
eine jede der hoch- und niedergeborenen Mägde diese ersehnte
und vielbeneidete Stelle eingenommen! — Traußen auf der
Wiese, bei den ländlichen Vergnügungen, nein! — Beschäf—
tigungen wollte der Herr Paͤchter seine Auswahl treffen,
und drei seiner Mägde hatte er bereits als „Hof““Mägde
der künftigen Pächterin bestimmt, sobald er diese nur erst
gefunden haben würde. In einem eigenen Wagen führte
er die über ihre neue Stellung schier überglücklichen Hof—
mägde mit sich hinaus, denn er hoffte ganz bestimmt, die
heißersehnte Pächterin heute nicht allein zu finden, sondern
auch für sich und sein großes Hofgut, seine vielen Knechte
und Mägde, seine Schafe und Rinder zu gewinnen.
Ein schöner, fast poetischer Gedanke! würdig des Karls—
bergs, seines Herrn und seiner Zeit, die der längst ver—
gangenen, „goldenen“ wohl kaum in etwas nachgestanden
haben wird, da man sie heute noch, nach hundert Jahren,
die „gute alte Zeit“ benennt!
Kaum war die Pächter-Durchlaucht eingestiegen, als der
goldene Stab sich hob und graziös in der Luft einige
Schwenkungen und Drohungen ausführte, die einem Tam—
bour-Major Ehre gemacht haben würden, und nun be—
gannen die Musikanten in dem ersten Wagen ihre ländlichen
Melodien zu spielen. Ununterbrochen mußte das Musizieren
fortdauern und deshalb hatten die drei Banden sich einander
abzulösen, wie sie auch, der nötigen Abwechselung halber—
unter sich verschieden waren: während in dem ersten Wagen
die Saiten- und Holzblaseinstrumente vertreten waren, ent—
hielt der zweite eine vollständige Blechmusik und der dritte
eine bunte Zusammensetzung aller Instrumente, unter denen
sich auch noch, zur Erhöhung der Komik, die Dudelsäcke mit
den schnarrenden Leiern befanden.
Kaum waren die ersten Geigentöne erklungen, als sich
die herzoglichen Läufer — die einzigen Personen des Fest—
zuges, welche ihre hoffähige bunte Kleidung mit den hohen
Federpanachen beibehalten hatten — in Trapp setzten und
die Wagen langsam nach und nach folgten. Das Geräusch,
welches das Knarren der Räder, die Musik machte, ermun—
terte zu neuem Plaudern, und bald fanden die originellen
Weisen eine passende Begleitung in dem lauten Redeng und
Lachen, das bald allgemein geworden war. An die Musi—
kanten-Wagen reihten sich die filles d'anneur. An dem
Wagen Seiner Durchlaucht mußten sie vorbeidefilieren, und
die graziösen Landmägdlein und Schäferinnen grüßten ihren