192
Destner's Aussage in festem, sicherem Gewahrsam und mochte
drinnen bleiben, bis man seiner etwa nicht mehr zu ge—
wissen Zwecke bedürfe.
Die Durchlaucht konnte somit ruhig sein, von den
Dreien hatte sie nichts zu fürchten und, den entsprechenden
Befehl gegeben, entschwanden die betreffenden Persönlich—
keiten auch schon wieder ihrem Gedächtnis, das sich ja zur
Zeit mit ganz anderen Sachen von allerhöchster Wichtig—
keit zu befassen hatte.
Herr von Altheim kümmerte sich wenig um die strengen
Maßregeln, die er sich keine Mühe gab, zu ergründen. Er
entwarf sein Entlassungsgesuch aus der herzoglich zwei—
brückenschen Armee, dies in einer Weise, daß man es ihm
nicht wohl verweigern konnte, und sandte es sodann dem
Herzog ein, ruhig das Weitere abwartend.
Von Scharfeneck aber, heißblütiger und lebenslustiger
als sein Kamerad, tobte und fluchte über den furchtbaren
Zwang, den man ihm angethan, den er nicht verdient habe
und den er nicht zu verstehen vermochte. Er durfte um so
ungehaltener für seine scharfe Gefangenschaft sein, als seine
übrigen Kameraden Teil an einem Feste nahmen, das ganz
außergewöhnlich lustig und prächtig zu werden versprach
und wobei er nun fehlen mußte. Er, der bei jeder Lustbar—
keit und unter den Lustigen einer der Tollsten gewesen! Sein
Toben und Fluchen half aber gar nichts, er mußte in
seiner, übrigens recht elegant und bequem ausgestatteten
Stube bleiben und sich fügen, während seine Kameraden,
seine Familie und Freunde, all' die Herrlichkeiten genossen,
welche der prachtliebende und verliebte Herzog seinem Hofe
und seiner Göttin bereitete.
Daß der Gegenstand seiner Huldigungen, die Hauptperson
des heutigen außergewöhnlichen Festes, zugleich auch die
Ursache seiner strengen Haft sei, davon hatte Scharfeneck
ebenso wenig wie sein Freund Altheim, nicht die allerent—
fernteste Ahnung.
Der Hof war sich während des Vormittags selbst über—
lassen geblieben, denn die außergewöhnlichen Toiletten er—
forderten Zeit, doch dafür war es in dem geräumigen
Schloßhofe nach und nach ungewöhnlich lebendig geworden.
Da waren buntangestrichene, sogar versilberte und vergol—
dete Leiter⸗ und andere Bauernwagen, groß und klein, ein—
gefahren, mit Blumen, Guirlanden geschmückt und geführt
von herzoglichen Kutschern, als Pfälzer Bauern, doch als
idealisierte maskiert. Alle waren fein gepudert, mit laugen,
bunten Bändern an den Kniehosen, auf den Jacken und