Full text : Der Karlsberg

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selben, das „Bärengärtchen,“ durch Eisenstangen, fast von
der Dicke eines Armes umzogen und überdeckt; er glich
einem riesigen Käfig, und daß dieser nicht zu durchbrechen
war, sagte er sich entsetzt, doch nicht enttäuscht, nach der
ersten genaueren Besichtigung seines ungewöhnlichen Ge—
fängnisses. Der einzige Weg zur Flucht war nur durch die
Mauer möglich, und hier war es das Gewölbe, welches auf
alle Fälle nicht die Dicke der Mauer haben konnte, auf das
er sein Augenmerk richten mußte. Es dürfte gewiß keine
Unmöglichkeit sein, einige Steine aus dieser Wölbung zu
lösen und befand er sich einmal oben, so konnte er durch die
Lücken des Daches leicht den Weg in's Freie finden. An
den dicken Eisenstangen vermochte er außerhalb des Zirkus,
wie in das Innere derselben niederzugleiten und einmal
auf dem Boden, seine Flucht wohl ungehindert fortsetzen,
vorausgesetzt, daß er im Stande wäre, dies Alles unbe—
merkt auszuführen. Blieb dann immer noch die hohe Plan—
kenwand, welche die Karlslust einzäunte, zu übersteigen.
Doch auch dies werde ihm schon gelingen, sagte er sich, wenn
er nur erst so weit sein würde.
Eine Schüssel mit Speise, wohl nicht besser als die,
welche die heulenden Bestien ringsum erhielten, einen Krug
mit Wasser, wurde ihm von dem Wärter Kamozky gereicht,
dann war er für den Rest des Tages sich selbst überlassen
und konnte an die Ausführung seines mühsamen Unter—
nehmens gehen. Seinen Hirschfänger hatte man ihm ge—
nommen, doch noch fand er sich im Besitz eines starken
Waidmessers, das er zugeklappt in seiner Tasche trug, dieses
konnte ihm dienen. An das Gewölbe zu gelangen, war nicht
schwer, denn zwischen den rohen Quadern der Mauer fanden
sich Fugen, tief genug, um den Füßen einen Halt zu geben.
Auch hätte er, ohne Furcht gehört zu werden, seine Arbeit
sofort beginnen können, denn seine vierbeinigen Mitge—
fangenen machten durch ihr verschiedenartiges und unaufhör—
liches Brüllen einen wahren Höllenlärm, der jedes andere
Geräusch, und hätte auch mit einem schwereren Werkzeug
als sein Messer gearbeitet, übertäubt haben würde. DToch
es gab ein anderes Hindernis. Es war in der heißesten
Jahreszeit, Ende Juli, und die starken, mit Gitterlöchern
versehenen Bohlen, welche im Winter die Eingänge der
eigentlichen Ställe schlossen, hatte man weggezogen, sie
lagen nicht weit von dem Zirkus in einem unter dichtem
Buschwerk versteckten Schuppen aufgestapelt. So drang benn
das volle Tageslicht in den öden Raum, der unglücklicher
Weise auch noch sich nahe bei dem Eingang befand. Ter
            
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