seid im Unrecht und habt nichts zu wollen. Der Förster
allein hat zu entscheiden, ob er mit Euch trinken oder
seinen Weg fortsetzen will.“
Tas Murmeln wurde sofort lauter und nahm wieder
einen drohenden Charakter an.
Da legte sich der alte Dümmler ins Mittel um die
Ruhe zu erhalten und einem neuen Sturm zuvorgekommen.
Mii freundlichem Tone rief er den Soldaten zu:
„Mit Freüden trinke ich allen wackeren Soldaten, Gre⸗
nadieren und Husaren zu, und vergesse dabei natürlich mei—
nes eigenen Kameraden, des mutigen Jägers, nicht. Auch
mein Kind wird Euch gerne Bescheid thun.“
Der böse Geist, der über die Leute gekommen, war ge—
hannt. Ein lautes Freudengeheul erhob sich aller Orten
nach dieser Rede. Noch hielt Tümmler das Paßglas des
Limburgers in seinen leicht zitternden Fingern, doch schon
sprangen die Soldaten von allen Seiten hinzu, dem Alten
hre eigenen Gläser anbietend. Da sagte der wilde Jäger:
„Weg mit dem gebrannten Wasser! In echtem, pfälzer
Weii soll mein wackerer Kamerad uns Allen Bescheid thun,
der ziemt sich allein für einen gerechten Waidmann und be—
sonders für sein wunderschönes Töchterlein.“
„Der Limburger hat Recht!“ — „Weg mit dem Brannt—
wein, der ist nur für Soldatenkehlen!“
So riefen die Soldaten lustig durcheinander, und Dümm—
ler erhob froh erregt das Paßalas empor und sprach mit
lauter Stimme:
Euch gilt es, meinen wackeren Kameraden und Lands⸗
leuten. Euch und allen guten Pfälzern aus vollem Herzen
ein Hoch!“
— und. „vHoch! Hurrah!“ rief es wohl aus hundert
ehlen.
Tuümmler hatte getrunken. Nun zog er Louise vor. Das
Mädchen hatte bisher leise einige Worte mit Herrn von
Altheim gewechselt und schien nun ihre frühere Angst voll⸗
ständig vergessen zu haben. Ihr liebes Gesichtchen zeigte
eine ruhige herzgewinnende Heiterkeit, und leicht errötend
ergriff sie das Glas, welches der Vater ihr darbat. Aller
Augen waren erwartungsbvoll auf das hübsche Mäödchen ge⸗
richtet, tiefe Ruhe herrschte ringsumher. Da ermannte sich
Louise; eines alten guten Spruches erinnerte sie sich und die
Augen von dem Vater auf Herrn von Altheim richtend,
wohl um sich hier den rechten Mut zu ihrem kühnen Unter⸗
nehmen zu holen, blickte sie nun unbefangen auf die sie
umringenden Soldaten. Tann hob sie das Glas und sagte