Full text : Der Karlsberg

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freudige Wirkung geübt. Der Streit war glücklich, ohne daß
die Beteiligten Schaden genommen, abgelaufen; daß alle
Trei sich für die nächsten Tage in einem sicheren Gewahr—
vabrsam befanden, hatte nichts Beunruhigendes für sie. Im
Gegenteil! Jede weitere Gefahr wurde dadurch beseitigt,
und dieser Gedanke konnte dem bangenden Mädchen nur an—
genehm sein.
Vater und Tochter schritten weiter, still und ihren Ge—
danken nachhängend.
Diesmal kümmerte Louise sich nicht um die glänzende
Umgebung, welche sie auf ihrem Heimwege berühren mußte.
Sie blickte nicht mehr neugierig in die Höͤhe, in die Fenster,
denn sie wußte ja, daß Derjenige, nach dem sie so verstoh—
len ausgeschaut, sich in Sicherheit befand. Toch dafür sahen
die, denen Louise begegnen mußte, um so aufmerksamer auf
das Paar. Und ihrer waren im Verlauf der kurzen Zeit
bedeutend mehr geworden, denn früher. Besonders vor den
Kasernen war ein förmliches Menschengewühl, es schien fast,
als ob alle Insassen der großen Gebäude, Husaren, Grena—
diere und auch die Jäger und Hundejungen in Bewegung
wären und sich draußen im Freien in der herrlichen Juli—
sonne herumtrieben. Und wo Louise mit ihrem Vater vor—
überkam, überall wurde das fremde und so hübsche Mädchen
wie auf dem Hinwege angestaunt, hier angegafft, dort heiter
gegrüßt und endlich sogar angeredet.
An einer der Schänke saßen an verschiedenen Tischen
Hufaren und Grenadiere und tranken aus ziemlich großen
Gläsern das helle, gebrannte Wasser. Beot- und Fleisch—
waren lagen vor ihnen und lustig plaudernd und lachend
verzehrten die tapferen, wohl unbeweibten Krieger ihr erstes.
durchaus nicht zu verachtendes Frühstück. Als Sümmler mit
seiner Tochter an diesen Tischen vorüberkam, verstummte
plötzlich die laute, lärmende Unterhaltung und die Augen
Aller richteten sich überrascht auf )a8 Mädchen in der kleid—
sam, wohlbekannten Pfälzer Tracht. Plötzlich erhob sich
einer der riesigen Grenadiere, ergriff sein gefülltes Glas
und schritt mit seinen langen Beinen auf die Beiden zu. Sich
ihnen breit in den Weg stellend, hob er das Glas hoch
empor und rief derb und lustig:—
„Ein Hoch und einen Gruß der allerschönsten Jungfer!
die ein Röckchen und ein Mieder trägt, Blauäuglein hat, wie
daheim mein herzallerliebster Schatz!“
Tamit hielt er das Glas, aus dem er rasch einen kräfti—
gen Zug gethan, dem errötenden Mädchen hin, das sich
aͤngstlich an den Vater drückte.
            
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