Full text : Der Karlsberg

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als ob er der schönsten, vornehmsten Dame seines — nein,
des ganzen heiligen römischen Reiches deutscher Nation
seine Aufwartung hätte machen wollen, und hinter ihm
war der Mann mit dem braunen Gesicht, den schwarzen,
finstern Augen sichtbar, die jedoch diesmal mit einem un—
verkennbaren überlegenem Lächeln auf die drei, in dem
kleinen Salon anwesenden Frauen schauten.
Der Herzog war in seiner reichen eleganten Kleidung,
mit dem frohen Lächeln auf dem sonst so abstoßenden An—
gesicht eine immerhin schöne Erscheinung, die das Aug?
Elsa's überraschte und fesselte. Jetzt trat er in den kleinen
Salon, ein sprechender Blick und unter tiefen unterthänigen
Knixen zogen sich Mutter Agnes und die Zofe zurück in das
Nebengemach, wo Herr Destner weilte. Doch ach! Auch
hier war ihr Bleibens nicht! Ein zweiter, sehr deutlicher
Blick und Wink des gefürchteten Forstmeisters und die
armen Frauen mußten noch ein Stück weiter, bis in das
Vorzimmer wandern, dessen Thüre Destner unbarmherzig
hinter ihnen schloß.

Herzog Karl war mittlerweile einige Schritte auf Elsa
zugetreten. Tiese hatte ihm ohne Furcht, nur mit etwas
stärkerem Herzklopfen entgegen gesehen. Voll und erregt
blickte das große schwarze Auge des Mädchens ihn an und
das ungekünstelte Lächeln, welches ihr frisches Gesichtchen
verklärte, schien ein vollständig lustiges zu werden, da sie
bemerkte, daß die Durchlaucht ihren Gang unterbrochen und
sie mit wachsender Bewunderung anstaunte. Diese neue
mächtige Wirkung hatte sie der vortrefflich geratenen Toi—
lette der Mutter Agnes zu verdanken; wie sehr die ge—
schmackvolle Kleidung ihre körperlichen Reize erhöhte, ver—
mochte das Mädchen nicht zu beurteilen, wohl aber der
Herzog, der in jeder Hinsicht ein erprobter Kenner war.
Elsa dünkte ihm jetzt von einer Schönheit, die das Bild,
welches er bisher mit sich herumgetragen, noch weit über—
traf. Er hatte sie nur in der einfachen Volkstracht, dann
in der einer Phantasie-Marketenderin gesehen, nun aber
erschien sie ihm aber als Dame und dies war die Tracht.
die ihrer Schönheit gebührte. Es war nicht mehr die ver—
jüngte Jana, welche er in ihr erblickte, sondern ein We—
sen, das ihm alle körperlichen Vorzüge der schönen Zigeu—
nerin idealisiert, oder vielmehr modernisiert vorführte

Jetzt trat er langsam auf Elsa zu, ergriff ihre Hand
und sprach mit einem Tone, der mehr wirkliche Freude
als Leidenschaft kündete:
            
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