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Die Alte hatte anfänglich bei dieser Rede ein merkliches
Unbehagen empfunden; es wollte ihr fast dünken, als ob die
hübsche Dirne, die eine ganz merkwürdige Klugheit offen—
harte, bald ihnen Beiden, dem Forstmeister und der viel—
erfahrenen Frau über den Kopf wachsen würde. Doch di?
leßten Worte Elsa's beruhigten sie wieder. Wenn auch ge—
scheidt, war das Mädchen doch lenksam, und es müßte ja
mit dem Satan zugehen, wenn die alte Müllerin es nicht
verstehen sollte, sie in ihren Händen zu behalten.
Solche ernste Reflektionen machte die Alte, während
ihr geschminktes Gesicht immerfort in freundlichster Weise
laͤchelte, der Kopf mit der bebänderten Haube bewundernd
und zustimmend nickte. Endlich sagte sie mit größter
Freundlichkeit:
„Vortrefflich gesprochen, Mädchen! An Dir bewahrheitet
—
Bibel? — arglos wie die Tauben und klug wie die Schlan—
gen! Vortrefflich! Wirst es weit bringen — unter meiner
sorgenden Leitung. O, wie freue ich mich darauf, unseren
täglichen Feldzugsplan mit Dir zu besprechen, Dir dagegen
zu erzählen — was Du natürlich nicht wissen kannst —
was am Hofe vorgegangen, was man über Dich gesagt!
O, durch die Mutter Agnes sollst Du Deine Freunde und
Feinde kennen lernen, und vor letzteren werden wir uns schon
zu schützen wissen! Doch laß uns über dem Plaudern die
Hauptjsache nicht vergessen! Wir sind ja jetzt im Reinen und
Verbündete bis in den Tod, also an die Arbeit und mertz
hübsch auf, der Augenblick ist wichtig! Ich muß Dir vorerst
andeuten, wie Du Dich zu verhalten hast, wenn man Dich
zu dem Herzog führen wird —“
„Wie, ich muß zum Herzog — in sein Zimmer?“
„Haha! Nun siehst Du, wie unerfahren Du bist! Du
glaubst doch nicht etwa, daß Seine Turchlaucht zu Dir
kommen würden?“
„Ich werde aber nicht zuerst zu ihm gehen!“ rief Elsa
trotzig.
Die Müllerin zuckte die Achseln und entgegenete be—
schwichtigend:
„Es wird wohl nichts Anderes übrig bleiben, mein
kleines Trotzköpfchen, denn hierher zu Dir wird sich Sere—
nissimus nun einmal nicht begeben, das wäre gegen alle
Etiquette.“
„Dann mag er bleiben wo er ist, ich gehe nicht
von der Stelle. Will er mich sehen, so mag er hierher
kommen.“