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die gewandten Finger der Zofe nur mit Mühe zu langen
Ringellocken hatte umwandeln können, die ungepudert blei—
ben mußten und dennoch so vortrefflich zu der Toilette,
ganz besonders aber zu dem leicht gebräunten Teint des
Gesichtchens mit den Glutaugen und den natürlichen Rosen—
wangen, den schwellenden, genußverheißenden wie verlan—
genden Lippen paßten. Mutter Agnes war wahrhaft außer
sich vor Bewunderung und hätten ihre steifen Knochen es
gestattet, sie würde sich vor ihrer Schöpfung — als solche
betrachtete sie bereits Elsa — niedergeworfen und das Mäd—
chen als ihre nunmehrige Himmels- und Erdenkönigin im
Staube angebetet haben.
Ein galonierter Diener meldete mit tiefer Verbeugung,
daß das Frühstück für „Madame“ im Salon serviert sei und
ein lautes lustiges Lachen beantwortete diese devote Anrede.
welche Elsa gar zu komisch vorkommen wollte. Doch schon
im folgenden Augenblick sprang sie, so rasch es die Seiden—
schleppe gestatten wollte, in den Salon, um das neue Wunder
des Fruhstückstisches, auf dem die Chokolade in zierlich
bemalter Porzenankanne und ganze Haufen des seinsten
Backwerks prangten, anzustaunen. Tiesen Augenblick benutzte
Mutter Agnes geschickt, die Zofe in das Vorzimmer zu
bannen, um dort aufzupassen, ob irgend Jemand komme,
der sie stören könne und dies — bei Strafe der Ungnade!
— sofort zu melden. Den Lakai beseitigte die Alte voll—
ständig, da sie es sich nicht nehmen lassen wollte, ihr Her—
zenspüppchen mit eigenen Händen zu bedienen. So war die
Schlaue denn endlich mit Elsa allein und die freien Augen—
blicke, deren wohl nur wenige sein würden, gedachte sie für
sich zu benutzen, durch eine diplomatische Bearbeitung des
Mädchens zu ihren Gunsten für ihr eigenes ferneres leibli—
ches Wohl zu forgen.
Elsa hatte schon begonnen, von dem Backwerk zu naschen,
jetzt versuchte die würdige Müllerin, ihr den Wert einer
gut zubereiteten Chokolade und zugleich einer treuen erge—
benen Dienerin darzulegen. Der köstliche, Elsa völlig fremde
Trank mundete dieser vortrefflich und war sie auch klug
genug, zugleich der auf reiche Erfahrungen und tiefe Weis—
heit gegründeten Lehren der plaudernden Alten ein aufmerk—
sames Ohe zu schenken. Verstand sie auch nicht Alles, was
Mutter Agues ihr hersagte, so hatte sie doch bereits genug
erlebt, um Manches zutreffend zu finden, und so mußte denn
auch das Uebrige, ihr bis jetzt Unklare, von Bedeutung sein.
Deshalb gebot sie ihrer ausgelassenen Freude Schweigen
und horchte auf die Reden der Alten, besonders als diese