Full text : Der Karlsberg

„— zwischen zwei Offizieren und einem — Forstbe—
amten.“
„Ihre Namen? rasch!“
„Die Herren von Scharfeneck und Altheim, von den
Chevauxlegers und Husaren, und der Jägersburger Förster
— Dümmler!“
„Alle Teufel!“ brauste der Herzog auf und trat wieder
vollends auf Destner zu. „Das kommt ungelegen, denn
der Dümmler ist ja der Bruder der — Zum Henker! Waß
ist denn eigentlich vorgegangen?“
„Unsere Schöne war die Ursache des Streites, die beiden
Offiziere, besonders der von Scharfeneck, scheinen sich um
das Mädchen beworben zu haben. Gestern Morgen nach
der Parade wollten sie sich schlagen, ich hatte Wind von der
Affgaire bekommen und, der Billigung Eurer Durchlaucht
gewiß, verhinderte ich das Duell.“
„Gut! Toch weiter!“
„Die beiden Herren konsignierte ich bis auf weiteren
hochfürstlichen Befehl in ihre Appartements und den Hitz—
kopf, den Dümmler, dem Durchlaucht viel zu verzeihen haben
werden, ließ ich voläufig ebenfalls einstecken und — un—
schädlich machen.“
„Vortrefflich, Destner! Die Offiziere werde ich selbst be—
fragen, der Tümmler, hat er sich wirklich und gegen mich
vergangen, wie ich nach Deinen Worten annehmen muß,
lann er im Notfall uns als — Mittel dienen. Vortrefflich!
Toch jetzt fort, der Boden brennt mir unter den Füßen, ich
kann es nicht erwarten, bis ich sie wiederseh!“
„Durchlaucht brauchen nur zu befehlen,“ erwiderte Dest—
ner geschmeidig, „und ich würde das Mädchen hieherführen.
Ein Vorwand fände sich bald, um dies auf dem gütlichsten
Wege zu bewerkstelligen; ich zeige ihr das Schloß —“
„Nein, nein, Destner! Ich selbst will sie aufsuchen,
begrüßen! — Sieh' mich nur an! habe ich mich dazu ge—
putzt, wieder so viel als möglich jugendlich und hübsch ge—
macht. Nicht etwa als Herzog, befehlend, will ich um Fie
werben, oder gar mit Gewalt sie zwingen, mir zu gehorchen.
Nein, nein! — Ich will es Dir vertrauen, Destner, all'
dieser Weiber und ihrer feigen Hingabe bin ich überdrüssig,
ich will lieben! Und sie, die Herrliche, soll mich wiedet
lieben — komm'!“
Mit größter Vertraulichkeit hatte der Herzog zu seinem
Forstmeister gesprochen und dieser machte ein paar Augen,
als ob er das Gehorte nicht zu begreifen im Stande sei.
Das war sein früherer Herr nicht mehr, der rücksichtslos
            
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