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Destner stand an der Seite seines Fürsten.
Enttäuscht wandte sich dieser an seinen Vertrauten und
rief ihm hastig zu:
„Wo hast Du sie hingebracht? Sofort schaffe sie mir
zur Stelle!“
„Für heute unmöglich, Durchlaucht, wir dürfen sie nicht
echauffieren,“ erwiderte Destner leise und mit einer tiefen
Verbeugung, doch mit bestimmtem Tone. „Ich habe mein
Wort gehalten, Eure Turchlaucht haben die Schöne gesehen.
die bereits auf dem Wege nach dem Schlosse ist, wo ich
ihr, glaubend im Sinne Eurer Durchlaucht zu handeln, ein
Appartement anweisen ließ.
„Ah!“ klang es jetzt freudig und mit einem tiefen Atem—
zug. „Bravo, Destner! Und nun genug der Unterhalt—
ung — nach Hause, meine Herren! Dem kriegerischen Gott
und seinen Freuden ist für heute genug gehuldigt worden
nach Hause!“
Die Trommeln wirbelten, die Trompeten und Hörner
schmetterten, die Pferde wurden vorgeführt, und wie der
Herzog, sein männlicher Hofstaat sich auf den Heimweg nach
dem Karlsberge machten, so zogen auch die drei Regimenter
davon, um dem letzten derselben, das zu Fuß marschierende
Regiment der langen Grenadiere, hatten sich für heute, laut
herzoglichen Befehl, die Marketenderinnen anzuschließen, ein
Vergnügen, das nur teilweise Anerkennung fand, die Herren
Offiziere sich jedoch nach Kräften bestrebten, so annehmbar
als möglich zu machen.
Auf dem Heimweg drängte der dicke Herr Oberhof—
und Zeremonienmeister sein Pferd, sobald er passende Ge—
legenheit dazu gefunden, an das des Forstmeisters Dest—
ner und flüsterte diesem zu:
„Das Regiment Esebeck scheint mir am längsten gedauert
zu haben, wenn nicht gar seit heute Abend zu Ende
zu sein, he?“
Destner zuckte als gewiegter Hofdiplomat nur lächelnd
die Achseln, und Herr Niklas Ganz von Schellhorn, nicht
winder erfahren in derlei delikaten Angelegenheiten, fuhr
ort:
„Auf alle Fälle werde ich Vorsorge treffen, um die Ese—
beck anderswo im Schlosse unterzubringen — morgen schon!
Ihr Appartement bedarf unbedingt einer gründlichen Säu—
berung. Diese Esebeck mag einstweilen wieder in den Seiten—
flügel ziehen.“
Der Blick, den der Forstmeister dem gewandten Hof—
manne zuwarf, sagte mehr als Worte, und aͤußerst vergnügt