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„Jonas Wambach, zu Befehl, Euer Durchlaucht!“ ant—
wortete der lange Krieger.
„Grenadier Jonas Wambach,“ fuhr der Herzog fort,
„Er ist seiner Strafe ledig. — Hierher! und auf den Knie—
en dank' Er dieser Tame, welche für Ihn um Gnade ge—
beten. Sie wurde Ihm gewährt, denn eine solche Bitte aus
so schönem Munde abzuschlagen, wäre ein noch weit größeres
Verbrechen, als Er eins begangen!“
Der riesige Grenadier, der sich weit mehr vor der
Schande, von Weibern durchgehauen zu werden, als vor der
Strafe selbst gefürchtet haben mochte, ließ nach diesen gnä—
digen Worten einen vollständig respektwidrigen Freuden—
schrei hören. Dann bahnte er sich einen Weg durch die
Marketenderinnen, welche ihn von dem Herzog trennten,
dabei Alles, was ihn hinderte, höchst ungalant, sogar recht
derb mit seinen langen Armen bei Seite stoßend. Bald
stand er vor Elsa und dem Herzog, und sofort fiel die lange
unbeholfene Gestalt vor dem Maͤdchen, dem er seine Be—
gnadigung verdankte, auf beide Kniee nieder.
Jetzt erst schaute der Mann zu Elsa auf; die Hände
hatte er gefaltet und wollte ein paar Worte des Dankes
sagen, doch schon die erste Silbe blieb ihm förmlich im
Halse stecken und nur ein verblüfftes, bewunderndes „A —
ah!“ kam langgedehnt zu Gehör, das plötzlich wieder die
Heiterkeit des Herzogs weckte und als vielstimmiges Echo
auch die seines nur zu getreuen Hofes. Der Grenadier
starrte das schöne Mädchen mit einer solchen naiven Freude
an, ihr freundliches Blicken und Lächeln brachte auf dem
plumpen, doch gutmütigen Gesichte des Riesen eine solche
fast zauberhaste Wirkung hervor, daß dieses sich gleichsam
verklärte und seine großen Augen zu Elsa wie zu einem
Heiligenbilde aufschauten. Endlich stotterte er unter immer—
währendem Lachen der ihn umringenden Herren und Frau—
enzimmer:
„Der Himmel lohne Euch das gute Wort, meine aller⸗
schönste Dame, welches Ihr für einen armen Teufel ein—
gelegt, der bald unverdient und gar zu schandbar durch
die Weiber dort gestraft worden wäre! Der lange Jonas
Wambach wird es Euch in seinem Leben nicht vergessen!“
Ein lautes Lachen allgemeinen Beifalls lohnte lustig
diese gewiß aus dem Herzen kommenden Worte des Grena—
diers und einzelne Stimmen riefen:
„Bravo, Jonas, gut gepredigt!“
„Als ob er aus dem Wallfisch wieder ans Licht und
ins Leben gekrochen!“