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Lachen bringen. Noch war das geheime Konsortium zu
keinem rechten Entschluß gelangt, als der Zufall den ängst⸗
lich Beratenden in überraschender Weise zu Hilfe kam und
sie aus aller Verlegenheit befreite.
Ein lauter, kreischender Schrei einer weiblichen Stimme
ertönte plötzlich in der Nähe des herzoglichen Zeltes, riß
einem der Generale der Kavallerie einen passenden Vorschlaa
mitten entzwei und wandte die Aufmerksamkeit ꝛiner Szene
zu, welche sich sofort in interessanter und wahrhaft drolliger
Weise entwickelte.
Eine der hübschen, zu Markedenterinnen avancierten
filles d'honneur hatte den wahrhaft mörderisch klingenden
Schrei ausgestoßen und dann in einem Atem gerufen: „Ge—
rechtigkeit, Turchlaucht! — Gerechtigkeit!“ Zu gleicher Zrit
war sie aus einem halbdunklen Teile des Gartens auf das
herzogliche Zelt und direkt auf den Platz des Fürsten zu—
geeilt, doch nicht allein! nein, mit einem Gefangenen, den sie
gewaltsam mit ssich schleppte. Es war ein baumlanger
Grenadier von einem Umfange, der seiner wahrhaft riesigen
Länge entsprach, mit einem vom Wein geröteten Gesichte.
das in diesem Augenblick, als er sich so unverhofft in heller
Beleuchtung und in so hoher Gesellschaft sah, etwas un—
gemein Komisches hatte. Tie Uniform derangiert, die Pe—
rücke verschoben, blickte der lange Held so furchtsam um sich,
daß alle Anwesenden und — o Glück! — sogar auch Seine
gelangweilte Durchlaucht, in ein lautes Gelächter ausbrach?nu.
Ohne Aufenthalt hatte die schmucke Markedenterin mit star—
ker Hand ihren sonderbaren Gefangenen bis vor den Herzog
gezerrt, dann mit flammendem Zornesblick und einem Ernst,
der mühsam eine inner Heiterkeit verbarg, nochmals ge—
rufen:
„Gerechtigkeit, Durchlaucht! und Strafe dem Schänd—
lichen, der mich mit Gewalt — geküßt!“
„Sie lügt, Allergnädigste Durchlaucht!“ stammelte der
verblüffte, merklich angesäuselte Grenadier. „Die Hexe hat
mich — in einen Hinterhalt gelockt und dann — dem Feinde
überliefert.“
Der Kreis, welcher sich rasch um die Gruppe gebildet
hatte, brach nach dieser etwas derben, doch mit einer unab—
sichtlichen Komik vorgebrachten Verteidigung in ein lautes
Lachen aus, in das selbst der Herzog mit einstimmen mußte.
Seine Mienen hatten sich erheitert und rückhaltslos nahm
er bereits zur größten Freude und Erleichterung seiner Um—
gebung, Teil an der drolligen Szene, welche noch weit
lustiger zu werden versprach.