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keiner von ihnen hat auch nur ein Tröpfchen Blut ver—
soren, dafür habe ich gesorgt! Und nun sind alle Drej
in Sicherheit, kannst es mir dreist glauben! Keiner wird
dem Andern mehr etwas zu Leide thun — Haha! Bist
Du nun zufrieden?“
„Das habe ich mir gedacht. Doch was habt Ihr mir
'onst noch zu sagen?“—
„Sie scheinen Dir demnach nicht allzu sehr an's Herz
gewachsen? Um so besser! Dann wirst Du auch vernünftig
sein und meine Vorschläge annehmen.“
„So redet doch endlich!“ klang es ziemlich ungeduldig.
„Hast Du gestern Abend die hübsche pikante Leibgarde
unseres Allergnädigsten bemerkt?“
„Ei, freilich! Tie Mädchen auf ihren stolzen Pferden
waren gar zu schön aufgeputzt!“
„Und welch' ein lustiges Lachen führen sie! Alle Tage
andere schönere Kleider! Heute Pagen, morgen Schäferin—
nen; als goldschimmernde Husaren reiten sie mit dem Herrn
aus, dann tanzen sie, singen und jubelieren. In diesem
Augenblick sind sie Marketenderinnen im Felde, mit dem
Herzog und all seinen Offizieren, und das Vergnügen dauert
die ganze Nacht.“
„Das ist allerdings gar schön, doch was gehts mich
an?“ —
„Was es Dich angeht? Hast Du es denn immer noch
nicht erraten? Scheinst mir doch sonst eine gar schlaue
Dirne zu sein. Ich will Dich für ihre Reihen anwerben.“
Elsa stieß einen Ruf der Ueberraschung und der
Freude aus.
„Ich — ich soll auch so schön angezogen einhergehen,
reiten und tanzen wie Jene? Mich immerfort freuen, amü—
fieren?! — Geht, Ihr belügt mich!“
„Bewahre, mein Püppchen! Ich will Dich aus Deiner
trostlosen Gefangenschaft auf dem öden Louisenhof befreien,
wo Du Dein Lebtag nichts anders siehst, als einen alten
halbblinden, immerfort zankenden Mann, ein halbverfalle—
nes Haus und den einförmigen Wald; ich will Dich an den
Hof bringen, zu unserem allergnädigsten Herzog, und alle
Pracht, welche dort herrscht, alle Freuden, die es dort in
Hülle und Fülle giebt, sollst Du nicht allein teilen, wie die
anderen filles d'honneur, sondern — als Königin be—
herrschen.“
Kein Wort der Erwiderung, keinen Laut vermochte
Elsa nach diesen Worten, die ihr unglaublich, unfaßbar
düuken mußten, hervorzubringen. Mit ihren Augen, die