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Destner sprach noch immer nicht. Es mußte etwas Un—
geheuerliches sein, worüber er nachsann, wohl als Strafe
für das Vergehen, welches ihm so entsetzlich dünkte, und
mit ängstlicher Spannung blickten die Offiziere auf den fin—
steren Mann und auf den armen Menschen, der jetzt erst
Beider Mitleid herausforderte.
Endlich hob sich die Gestalt Destners mit einem Ruck
hoch empor, der jetzt halb gezogene Hirschfänger flog in die
Scheide zurück und mit einer vernichtenden Geberde seinen
Gefangenen messend, sagte er mit scheinbarer Kälte und
Gleichgiltigkeit:
„Vor der Hand seid Ihr noch im Dienste, wie aus
Grund und Boden unseres allergnädigsten Herrn und somit
dessen Jurisdiktion unterworfen. Er wird Euer Urteil
sprechen. — Führt ihn fort!“ wandte er sich nun an die
Grenadiere, welche den Gebundenen fast gewaltsam vom
Boden emporzerrten und auf die Beine brachten. Dann,
einen der Soldaten zu sich heranwinkend, sagte er zu die—
sem halbleise und mit einem höhnischen Grinsen: „Bringt
ihn zum Kamozky, nach den Bärenställen. Eines dieser
Tiere ist krepierl und die Wohnung samt Garten — haha!
— frei geworden, dort wird er in Sicherheit sein, bhis un—
sere Durchlaucht ein Urteil gefällt! Dort kann er fluchen,
blasphemieren, seine hochverräterischen Reden in die Luft
hinausstoßen, seine Mitbewohner, die Herren Bären, wer—
den ihm mit ihrem Gebrüll passend sekundieren. Fort
mit ihm!“
Wenn auch leise gesprochen, so hatten die beiden Offi⸗
ziere wie der Gefangene diese entsetzlichen Worte gewiß vor—
nommen, doch Henrh entgegnete keine Silbe, während von
Altheim einen Laut des Abscheu's nicht unterdrücken konnte
und sein Kamerad Mühe hatte, ihn von einer unklugen
Handlung, die doch nichts genutzt haben würde, zurückzu—
halten. Ohne den Grenadieren einen Widerstand
entgegenzustellen, ließ der Förster sich fortführen, und
während die Soldaten ihn nach der Straße geleiteten, welche
das Thal durchzog, dann weiter in die waldigen Berge hin—
ein, dem ihm bestimmten Gefängnis in der Karlslust zu,
wandte sich Destner zu den beiden Offizieren.
Der Auftritt hatte den fonst so starken Mann ganz un—
gewöhnlich angegriffen und keine Mühe gab er sich jetzt
mehr, dies zu ünterdrücken. Matt und abgespannt sagte er:
„Sie, meine Herren, werden sich von hier aus direkt
nach dem Schlosse und in Ihre Appartements in den Ka—
valierbau begeben, diese nicht eher verlassen, bis ich Seiner