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einmal das Zeichen ihres Sekundanten abwarteten, sondern
den Kampf sofort begannen. Nach den letzten Worten, welche
Dümmler gesprochen, war auch schon Scharfeneck's Säbel
schwirrend durch die Luft gesaust, und hätte Ersterer den
Schlag nicht ebenso kräftig wie gewandt pariert, so wäre es
um ihn geschehen und der Streit jetzt schon zu Ende ge—
wesen. Toch noch hatte der Offizier nicht zum zweiten Hiebe
ausgeholt, als unerwartet und ganz in der Nähe eine rauhe
befehlende Stimme erklang und der Szene plötzlich eine ganz
undere Wendung und Gestalt gab.
„Halt da! Im Namen Seiner Turchlaucht, des
Herzogs!“
So rief es und im folgenden Augenblick wurde den Strei—
tenden eine Person sichtbar, die Alle nur zu gut kannten.
Es war der gefürchtete Forstmeister Destner, der hinter
einem nahen Gebüsch vorgetreten, dem Auftritt wohl schon
eine Zeit zugesehen haben mochte und nun rasch, mit vor—
gehaltenem Hirschfänger sich zwischen die Kämpfenden warf.
Scharfeneck hatte nur einen Ruf der Ueberraschung hören
lassen, doch Henry einen grimmigen Fluch keuchend ausge—
stoßen, während von Altheim sichtlich erleichtert aufatmete.
Am eine Fortsetzung des Duells war nicht mehr zu
denken, denn hinter dem Forstmeister waren vier baumlange
Grenadiere mit ihren Gewehren auf die Lichtung getreten,
gewiß bereit, jedem Wink Testner's zu gehorchen und den
Streit, wenn es sein müßte, mit Gewalt zu hemmen.
Scharfeneck fühlte dies und fügte sich, eben so gleich—
giltig wie er den Kampf begonnen. Seine Waffe ließ er
sinken, doch er kam nicht zum Reden, denn der furchtbar
aufgeregte Förster hatte sich sofort gegen Destner gewendet
und diesem mit blitzenden Augen. drohendem Tone zu—
gerufen:
„Wie können Sie es wagen, sich in einen Streit zu mischen,
der ebenso wenig Sie, wie Seine Durchlaucht den Herzog
angeht? Lassen Sie uns unsere Sachen allein ausfechten!
Plaͤtz da — und vorwärts, Herr von Scharfeneck! wenn
ich nicht glauben soll, einen —“
Doch das böle Wort wurde nicht ausgesprochen, denn
auf einen Wink Destner's hatten sich die Grenadiere aus
Henry geworfen und ihn unbarmherzig zu Boden gerissen.
Schäumend vor Wut versuchte dieser sich von seinen An—
greifern zu befreien, doch es war keine Möglichkeit. Wenn
auch mit seltener Kraft begabt, so vermochte er gegen die
oier Soldaten nichts auszurichten. Ein wildes Ringen,
Schreien und Fluchen, dann ward er überwältigt und lag