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mit — einer Wildhetze in eine Linie zu stellen. Doch
vergiß nicht, Kamerad, daß, wie die Affaire sich auch ge—
stalten wird, mich keine Schuld trifft.“
Der Husar wies jetzt Beiden ihre Plätze an, in der
Weist, daß das helle Tageslicht dem Einen nicht hinderlicher
sein konnte, als dem Andern. Als die jungen Leute, welche
ihre Waffen schlagfertig in der Hand hielten, einander ge—
genüberstanden, Scharseneck in nachlässiger Haltung, doch
scharf seinen Gegner fixierend, Dümmler hoch aufgerichtet,
fest auf den Füßen und den Blick des Offiziers voll und
mit einem finsteren Ernst erwidernd, da mochte es dem ein—
zigen Zeugen dieser Szene denn doch in Wahrheit bange
werden. Waren die Waffen auch ungleich, war Scharfeneck
auch als ein tüchtiger, gewandter Fechter bekannt, so drückte
die Gestalt, die Haltung des Försters doch eine solche Kraft
und eine solche finstere Entschlossenheit aus, daß ein bluti⸗—
ges Ende des Kampfes als bestimmt vorauszusehen war.
Im allerschlimmsten Falle hatte Altheim eine Wunde, eine
Schramme gedacht, die der Bruder des Mädchens, für das
er eine tiefe Neigung fühlte, erhalten und welche zugleich
dem Duell ein Ende machen würde. Doch jetzt, im letzten
entscheidenden Moment mußte er sich gestehen, daß diese
Hoffnung eine falsche gewesen, das Gebahren Tümmlers
sagte ihm, daß es auf Tod und Leben ginge. Eine zwei—
fache Angst bemächtigte sich seiner, für den Freund, wie
für den Förster, für den er sich so wohlwollend fühlte, und
woch einmal versuchte er zu vermitteln.
„Bevor ich das Zeichen gebe, ist es meine Pflicht, noch
einen Versuch zu machen, die peinliche Angelegenheit auf
zütlichem Wege zu lösen —“
„Geben Sie sich keine Mühe, Herr von Altheim!“ unter—
brach der Förster den Sprechenden mit erhobener Stimme
und fast barsch. „Herr von Scharfeneck muß sich mit einein
Eide verpflichten, nie mehr jenem Mädchen zu nahe zu
treten, das — mein Weib wird.“
„Das Sie aber nicht liebt!“ brauste der Chevauxleger—
Offizier auf. „Können Sie mir das Gegenteil beweisen, so
würde ich vielleicht Ihrer Forderung, in höflicher Weise aus—
gesprochen, genügen. Doch Sie vermögen dies nicht, die
braune Schöne liebt Sie nicht!“
„Lüge! — Anmaßung und Lüge!“ rief Henry, schäu—
mend vor Wut. „Verteidigen Sie sich!“
Der arme Husar hatte die Lage nur verschlimmert, denn
beide Gegner waren durch die wenigen Worte in eine solche
Hitze, in einen solchen Zorn versetzt worden, daß sie nicht