Platz zu ihrem Vorhaben zu finden, denn nach einem Gange
von nur wenigen Minuten war die Ebene außer Sicht und
die rasch Dahinschreitenden sahen sich von Bergen und
Wäldern rings umgeben. Ein kleiner Wiesengrund zog sich
seitwärts in eine Terrainsenkung, in diesen lenkte der Che—
vauxleger ein, der dann bald Halt machte, und rief:
„Der Platz wird genügen! Keine Menschenseele weit
und breit wird uns stören, und die Straße, der Ausgang des
Waldes, wo unsere Diener mit den Pferden harren, ist nicht
allzu weit — für den Fall, daß rasche Hilfe notwendig
sein sollte. Sind Sie einverstanden, Herr Tümmler, dann
an's Werk!“
Der Förster machte eine bejahende Verbeugung, da rief
von Scharfeneck plötzlich und wahrhaft überrascht:
„Doch, Ihre Waffe? — Sie werden sich in Wirklichkeit
doch nicht mit Ihrem Hirschfänger, wenn er seit gestern auch
etwas länger geworden zu sein scheint, mit mir schlagen
wollen? Tas wäre gegen die Abrede, und ich mag und
darf von dem Vorteil, den Sie mir dadurch bieten, keinen
Gebrauch machen. Altheim, der sich bis jetzt so freundlich
erwiesen, wird Ihnen wohl den Gefallen erzeigen und
Ihnen seinen Säbel zur Verfügung stellen.“
„Meine Waffe genügt mir,“ entgegnete Tümmler in
bestimmtem Ton, „wie ich bereits gestern die Ehre hatte,
Ihnen zu sagen. Ich verstehe nur sie zu führen, und mögen
Sie sich vor ihr hüten, Herr von Scharfeneck.“
„Das Duell ist unmöglich, meine Herren,“ rief jetzt in
wirklicher Aufregung der junge Husaren-Offizier. „Du kannst
Dich unter diesen Umständen nicht mit Deinem Gegner
schlagen, Scharfeneck, es wäre kein Zweikampf mehr, wohl
aber ein Morden! Laß mich nochmals eine Verständigung,
die unumgänglich notwendig geworden ist, zu versuchen!“
„Beruhigen Sie sich, Herr von Altheim,“ entgegnete
Tümmler räsch, doch mit einem leichten Lächeln, das in—
dessen sofort wieder vor dem früheren, stolzen Ernst ver—
schwand, „ich fürchte die Waffe Ihres Freundes nicht. Die
meinige hab'i ich erprobt, sie weiß ebenso gut abzuwehren,
wie zu treffen, mancher Eber kann es bezeugen, den ich in
seinem wütenden Anlauf spießte. Ich nehme die Folgen
auf mich, wie Herr von Scharfeneck sie zu tragen haben
wird. Weisen Sie unsere Stellungen an und dann —
geben Sie in Gottes Namen das Zeichen.“
„Thue, was Deines Amtes ist, Altheim,“ sagte von
Scharfeneck gleichgiltig, „der Herr mag seinen Willen haben,
wenn es auch wenig galant von ihm ist, unseren Handel