Full text : Der Karlsberg

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schiedenen Stäbe zusammen, ein Kreis wurde um den Für—
sten gebildet und die Parole für die nächsten acht Tage aus—
geteilt. Der Herzog hatte sie gegeben und sie lJautete
— „Jana.“
Die Erinnerung an das Weib dieses Namens vor
Jahren hatte ihn seit der gestrigen Rückkehr von der Jagd
nicht verlassen, beim Souper der Esebeck, in der Nacht im
Traume hatte sie ihn verfolgt, mit einem süßen Weh ge—
quält, und es war nicht mehr als billig, daß auch seine
Untergebenen Teil an dieser Sorge nahmen. „Jana“ sollte
die Losung sein, der sich alle Thore, bis zum Schlafkabinet
des Herzogs, in den nächsten acht Tagen öffnen mußten,
und wie der Herr den Namen seufzend genannt, sollten
ihn auch die Tiener nennen, geheimnisvoll, ohne dabei
das eigentliche Geheimnis des fremdklingenden, süßen Zau—
bernamens zu kennen. Nur Einer, außer dem Herrn, er—
kannte es und hatte Mühe, seine Freude über die Ent—
deckung zu bemeistern.
Es war Testner, der Forstmeister, der seinem Range
nach auch an der Parade und der Austeilung der Parole
hatte Teil nehmen dürfen und dem wir jetzt folgen müssen.
Das bunte, militärische Schauspiel war vorüber — seine
Vorbereitungen hatten länger gedauert, als die Aufführung
selbst — und der Herzog kehrte mit den Seinigen nach
dem Karlsberg zurück. Die drei Regimenter thaten ein
Gleiches, doch war ihnen beim Hinaufreiten und Marschie—
ren volle Freiheit, sich nach Bequemlichkeit zu bewegen, ge—
stattet; auch hatten die meisten berittenen Offiziere ihre
Truppen schnöde im Stiche gelassen und sich als Schweis
dem durchlauchtigsten Stern angeschlossen, der so rasch,
als sein Pferd nur traben wollte, dem Schlosse auf der
Höhe und dem zweiten Frühstück zustrebte.
Nur zwei der Herren Offiziere waren ihren Kameraden
auf diesem Wege nicht gefolgt, ein Husar und ein Chevaux⸗
leger, Herr Guido von Scharfeneck, und sein Freund Hans
von Altheim. Ihre Pferde hatten sie ihren Tienern uͤber—
geben und waren dann auf ein bewaldetes Thal in der
Bergreihe zugeschritten, welche vom Karlsberge aus fast
in einem rechten Winkel nach Homburg zu sich ausbreitet;.
Obgleich ihre Standorte bei der Parade verschieden gewe—
sen, so trafen sie doch einander am Eingange des Waldes,
und fast zugleich mit ihnen langte auch ein Jäger dorten an,
der der Parade als Zuschauer beigewohnt und dann beiden
Offizieren rasch gefolgt war.
Doch Henry Dümmler, der Förster von Jägersburg,
war nicht die einzige Person gewesen, welche die beiden
            
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