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serne, ebenfalls unter rauschenden Klängen und geführt
von ihren zahlreichen Obersten. Beide Heerkörper zeich—
nen sich durch ihre wahrhaft blendenden Uniformen aus.
Die Herren Chevauxlegers hätten jeden Augenblick am Ver—
sailler Hofe, sowohl zur Zeit der Pompadour als heute,
erscheinen können, und die Husaren würden
ebenfalls nicht an ungeeignetem Platze gewesen sein. Hier,
auf dem kahlen Felde, zwischen den ernsten, bewaldeten
Bergen, entfernt von den Prachtbauten des Berges, neh—
men sie sich wie eine fremdartige Staffage aus, die im
Grunde nicht zu der etwas wilden Umgebung passen will.
Eine neue Völkerwanderung schien jetzt vom Schlosse
herab nach der Ebene sich zu bewegen. Läufer, Heiducken
uͤnd Mohren zu Pferde voran, alle nach Möglichkeit bunt
und prächtig aufgeputzt, nahte nun Herzog Karl mit seinem
ganzen übrigen Hofstaat, den hohen Wuͤrdenträgern und
anderen Chaärgen, Räten, Kavalieren, alle zu Pferde, der
Fürst in selbsigewählter Feldherrn-Uniform, den blanken
Panzer über der Brust, den sammetnen, mit Gold verzierten
Kommandostab in der Hand. Eine ziemliche Anzahl be—
rittener Hofdamen folgte und Jäger, Lakaien beschlossen
den Zug. — Die filles d'honneur sehlten; bei der Parade
waren sie überflüssig und begann ihre Thätigkeit erst am
Abend beim Bivouak, wofür fie dann auch um so umfang⸗—
ceicher sein sollte.
Die Trommeln wirbelten, die Pfeifer bliesen, die Hörner
und Trompeten schmetterten, und unter diesen martialischen
Klängen, die Tote hätten erwecken und Gesunde tanb ma—
chen können, ritt der Herzog in den Kreis seiner Regimen—
ter. Kommandorufe und eine klirrender Schlag erfolgte,
die Spontons wurden vorquer geschwenkt, die Gewehre
präsentiert, die Säbel der Kavalleristen flogen aus der Schei—
de und die Parade, das Opfer, dem heidnischen Kriegsgott
Mars dargebracht, begann.
Der Herzog kommandierte in höchsteigener Person und
die Truppen zeigten sich dieser hohen Auszeichnung würdig,
sie exerzierten, manöverierten mit einem Eifer, einer Pünkt—
lichkeit, die ihren Wacht- und anderen Lehrmeistern alle
Ehre machten, dem hohen Herrn sichtliche Zeichen der Be—
friedigung entlockten. Doch der Eifer, nicht der der Sol—
daten, wohl aber des Kommandierenden, nahm bald bedenk—
lich ab. Seine Durchlaucht mochten sich erinnern, daß
die Stunde des zweiten Frühstücks nahe sei, und die Evo—
lutionen wurden eingestellt. Noch einige Umritte, die von
allerhöchster Wichtigkeit sein mußten, dann traten die ver—