Full text : Der Karlsberg

preisgegeben war. Schon einige Tage vorher wurden die
geraubten kostbaren Möbel und Silberzeug, dessen Wert
allein auf ca. 30000 Gulden geschätzt war, auf 10 vier—
pännigen Wagen durch die Franzosen weggeführt. Der
französische General Houchard beging die Schandthat,
wie eine heutige Inschrift an der Ruine verkündet, die Ver—
brennung und Zerstörung des Karlsberges anzuordnen, zu
welchem Zwecke er gegen 100 Wagen Stroh aus der Gegend
von Metz herbeiführen ließ. Auch das Schlößchen der Her—
zogin, die sogenannte Fasanerie, unweit Homburg, links der
Kaiserstraße, wurde am 31. Juli 1793 von den Mordbren—
nern angezündet und in Asche gelegt. Das Herzogl. Schloß
zu Jägersburg ward in jenen Tagen gleichfalls ausgeraubt
und verwüstet. So war in wenigen Tagen die Herrlichkeit
des Fürstenbesitzes „Karlsberg“ in den Staub versunken,
dessen Begründer am J. April 17985, von einem Schlage ge—
rührt, in Mannheim das Zeitliche segnete.
Vom Brande unversehrt blieben: das Spital, Strähl's
Kaferne, etliche Tceibhäuser, die Wohnung des Hofgärt—
ners Reinhardt, die Chevauxlegers-Kaserne, sowie das am
Fuße des Berges gelegene Hofgut. Aber bis zum Jahre
1804 waren auch diese Gebäulichkeiten verschwunden.
Das Hofgut ist aus Privatbefitz des Herrn Zachariä von
dingenthal an den Staat übergegangen, der die Felder der
Arrondierung wegen zu Wald angelegt hat. Tas ältere
Forsthaus mit seinen Oekonomiegebaͤuden wurde abgebrochen
und andere Gebäulichkeiten am Fuße des Berges, in welchen
vor Jahren kurze Zeit eine Zuckerfabrik betrieben wurde,
sind in den 1860er Jahren zum Forsthaus für das Revier
Karlsberg“ eingerichtet worden.
Die noch vorhandenen Anlagen und Wege werden durch
den Verschönerungsverein Homburg, unterstützt durch das
freundliche Entgegenkommen des kgl. Forstmeisters Herrn
Eckert, gepflegt und unterhalten. Die herrlichen Wald—
ungen mit ihren wohlgepflegten Spazierwegen und den
schönen Anlagen am Weiher bilden einen beliebten Aus—
flugspunkt, der durch die historische Erinnerung an den
Karlsberg und seine Zeit noch an Interesse gewiunt.
Houburg, Pfalz, 1. September 1902.

Ar Verla.
            
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