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Zelte in verschiedener Form und von bunten türkischen Stof⸗
fen gebildet, hervor, und in der Mitte des Platzes, der Mo—
schee gegenüber, erhebt sich ein größeres Zelt, mit einem Dach
versehen, dessen Außenwände ganz von rot- und weißge—
streifter Seide sind, die im Mondenschein hell erglänzt und
schillert gleich wie die silbernen Halbmonde, welche die bei—
den Endspitzen des Daches zieren. Es ist der Haupt- und
Mittelpunkt der Karlslust und der zahlreichen Zigeuner—
kolonie, die den Park mit den Tieren der verschiedensten
Zonen bevölkert. In den kleinen,“ bunten Zel—
ten wohnten die jüngsten und schönsten Mädchen des Stam—
mes und unter dem rot- und weißgestreiften Seidendach
thront die Königin der gesamten braunen Horde, Jana, die
jahrelang auch die eigentliche Beherrscherin des ganzen Karls—
bergs und seines fürstlichen Gebieters gewesen. Auf das
große Zelt schreitet Testner zu, ohne Zögern schlägt er die
Vorhänge, welche den Eingang decken, auseinander und
tritt ein.
Der innere Raum, mehrfach durch Draperien geteilt,
ist von einem Halbdunkel erfüllt, das seine Ausstattung
um so phantastischer und geheimnisvoller erscheinen läßt.
Doch durch den Eingang dringt das helle Mondeslicht, und
auch das Auge gewöhnt sich bald an die matte Helle, um
Alles, was sich ihm bietet, erkennen zu können.
Die beiden Langseiten dieses vorderen Zeltraumes zeigen
zwei breite, niedere Divans, mit bunten, türkischen Stoffen
überzogen, gleich denen, womit Wände, Decke und Fuß—
boden behängt und belegt sind. Auf einem kleinen, drei—
beinigen Tischchen brennt eine Lampe, doch so schwach, daß
ihr kohlendes Licht kaum in nächster Nähe irgend eine Helle
verbreitet. Wie ein roter Funken glüht es aus jeiner dunk—
len Ecke hervor. Doch jetzt, beim Eintritt Destner's, blitzen
zwei andere Funken von dem Divan auf. Es sind die Augen
einer Frau, die dort geschlafen, jäh erwacht ist, sich aufge—
richtet hat und nun den fremden nächtlichen Besuch über
rascht, doch ohne Furcht, anschaut.
„Jana!“ ruft Destner und das Weib hat an dem Ton
der Stimme den Mann erkannt, der so unerwartet bei ihr
eingetreten. Schon gleitet sie von dem Divan herab, schlüpft
zu der Lampe hin, die nach einer kurzen Manipulation plötzlich
aufflackert und nun die Szene hell beleuchtet.
Es ist Jana, das Zigeunerweib, doch nicht mehr das
schöne, denn die Zeit, die vierzehn Jahre, welche verflossen
sind, seit wir sie in ihrer üppigen Blüte gesehen, haben
ihren Reiz unbarmherzig in Haͤßlichkeit verwandelt. Nur