grauen und schwarzen Federkleide, bevölkert wird. Die auf
den Aesten schlafenden Waldbewohner werden durch den
Tritt des nächtlichen Wanderers geweckt, und einzelne fremd—
artige Tönen werden laut und verstummen, nachdem sie
andere in weiter Ferne geweckt. Destner achtete nicht darauf,
immer weiter schreitet er in dem Zauberwalde dahin.
Jetzt hatte er eine größere Lichtungerreicht. Eine Anzahl
fremdartiger Hütten von Reisig und Stroh steht hier bei—
samen, spitz wie Zuckerhüte und mit einer kleinen Oeffnung
am Boden. Doch ihre Bewohner liegen teils im Freien
auf der Erde, teils in Hängematten, die zwischen den Bäu—
men befestigt sind, braune, vollständig nackte Gestalten, doch
mit bunten Figuren bemalt, oder tötowiert. Es sind Zi—
geuner, welche sich dieser Kostümierung, und gerne! — un—
terworfen haben und hier zum Vergnügen des gebietenden
Herrn, Indianer vorstellen, ein Schlaraffen- und neben—
bei auch ein Spitzbubenleben führen. Hohe Palmen, welche
die Hütten umgeben, vollenden die Täuschung; — sie ste—
hen in riesigen Kübeln, die Gräser und Moos bedecken und
so geschickt dem Auge entziehen.
Auch hier regt es sich, da Destner vorüberschreitet. Mehr
denn einer der braunen tötowierten Gesellen schnellt vom
Boden empor und starrt den nächlichen Besucher seines Wig—
wams an, und daunn sofort, nachdem er Destner erkannt,
sich wieder und äußerst demütig auf den Boden nieder—
zuwerfen.
Jetzt durchschneidet ein kleines Bächlein die Straße.
Eine breite Brücke mit zierlichem Geländer von Bambus—
stäben führt hinüber, und dort hängt ein schwanker Stea
hoch in der Luft von einer Felsenklippe zur andern, dann
zu mehreren Hütten führend, die sebenfalls halb in der Luft
schweben, da sie auf einzelnen hohen Bambuspfählen er—
richtet sind. Hier ist Indien vertreten, und schon ertönt
der trompetenaͤrtige Ruf eines Elephanten durch die Nacht,
der dort in der riesigen künstlichen Grotte sein? Nachther—
berge erhalten hat, bei Tage aber frei durch das Revier
sich bewegt, auch dann und wann, sobald es dem Herrn des
Ortes beliebt, einen Thurm mit Bewaffneten auf seinem
Rücken tragen, oder einen vergoldeten römischen Triumph—
wagen ziehen und den Herzog durch seine Karlslust jspazieren
fahren muß.
Destner biegt von der breiten Allee ab und schreitet in die
künstliche tropische Umgebung der indischen Hütten, dann
in den dichten Wald hinein, unbekümmert um den Weg und
Steg, wohl direkt auf das Ziel seiner Wanderung zu. Noch